Rote Arbeiterzeitung und Selbstverständnistext des SFM

02.03.2017 09:10

 

Von Redaktion - Seit Februar gibt das Sozialistische Forum München die Zeitung RAZ „ Rote Arbeiterzeitung“ heraus. Wir dokumentieren den in der Zeitung abgedruckten Selbstverständnistext des SFM. Die Redaktion. Selbstverständnis  „ Das Sozialistische Forum München ist eine lokale Gruppe marxistischer Aktivistinnen und Aktivisten, die im Rahmen überregionaler politischer Umgruppierungen ihren Beitrag zum Aufbau einer neuen Arbeiterpartei leisten möchte. Wir fordern die Vergesellschaftung der Banken und Konzerne. Wir denken, dass es zu den bedeutendsten zivilisatorischen Aufgaben unserer Epoche gehört, die Wirtschaft einer demokratischen Planung durch die gesamte Gesellschaft zu unterwerfen, so dass technologischer Fortschritt und Arbeit allen zum Wohl gereicht, der Umgang mit endlichen natürlichen Ressourcen planmäßig gestaltet werden kann, Überkapazitäten in Form von Arbeitszeitverkürzung abgebaut werden können, Güter nicht in zerstörerischer Konkurrenz um der Profitmaximierung Willen hergestellt werden müssen, sondern im Interesse aller Menschen gemeinsam entwickelt und nachhaltig produziert werden können. Die Gesellschaft in der die Arbeitenden die politischen und staatlichen Mittel für diese Umwälzung in den Händen halten, nennen wir Sozialismus. Kulturelle Begriffe sind ungeeignet, wirtschaftliche und politische Missstände und tatsächliche Interessengegensätze zu erklären. Es sind die unterschiedlichen Klasseninteressen von Arbeitenden und Besitzenden, die in Armut, Verschwendung, Heimatverlust und Erniedrigung ihren Ausdruck finden, auch und in besonderem dann, wenn sich die Arbeiterklasse in Europa ihrer sozialen Identität immer weniger bewusst ist. Die Arbeiterklasse, egal ob IT-ler oder "Blaumann" ist die einzige schöpferische Klasse, die durch ihr objektives Interesse und ihre strategische Stellung an den Produktionsmitteln das kapitalistische Wirtschafts- und Machtsystem überwinden kann. Ihre revolutionäre Arbeiterpartei ist dafür das wichtigste Tool. Ungleichbehandlung, insbesondere auf Grund der Abstammung, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung ist abstoßend und macht es nur schwerer, die Interessengegensätze zwischen unten und oben klar zu erkennen. Wir heißen jeden Willkommen, auf der Basis gleicher sozialer Interessen gemeinsam gegen Ausbeutung, Kriegsgefahr und die korrupte Welt der Superreichen zu streiten. Bündnisse und Beteiligungen, in denen die Arbeitenden ihre eigenen Interessen denen der Bosse unterordnen müssen, lehnen wir ab.
Bildergebnis für oktoberrevolution 1917
 
 
 

 

 

45 Jahre “Radikalenerlass“ und SPD
Gastbeitrag von Reinhold Schramm »Kanzlerkandidat Martin Schulz. Was will denn der? Reichlich Geld ausgeben, Putin auf Englisch rüffeln, vielleicht Stopfleber essen: Martin Schulz’ Pläne in der Bundespolitik.« Vgl. Tageszeitung, taz.de* 
Kommentar Zum 28. Januar 1972 - 2017.
 
Im Zusammenhang mit Martin Schulz und -vor allem- Willy Brandt, die Erinnerung an 45 Jahre Berufsverbote: Bundeskanzler Willy Brandt gab vor, mehr Demokratie zu wagen - und ließ linke Oppositionelle verfolgen. Lehrer, Eisenbahner, Postler, öffentliche Angestellte und Beamte erhalten Berufsverbot. Hauptsächlich Mitglieder der DKP. Aber auch, wer als Sozialdemokrat, Juso, Antifaschist, Christ oder junger Liberaler ihnen gedanklich zu nahe kommt, gerät ins Visier. Bilanz, bereits im Januar 2012: 3,5 Millionen Menschen werden durchleuchtet, 11 000 offizielle Berufsverbotsverfahren und 2200 Disziplinarverfahren eingeleitet, 1250 Bewerbungen abgelehnt, 265 schließlich entlassen.
 
Vor 45 Jahren, am 28. Januar 1972, beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Willy Brandt den sogenannten „Radikalenerlass". –
 
Zur Abwehr angeblicher Verfassungsfeinde sollten „ Personen, die nicht die Gewähr bieten, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten“, aus dem öffentlichen Dienst ferngehalten bzw. entlassen werden. Mithilfe der „Regelanfrage“ wurden etwa 3,5 Millionen Bewerberinnen und Bewerber vom „Verfassungsschutz“ auf ihre politische „Zuverlässigkeit“ durchleuchtet.
 
Erwiderung von PINK“: 
 
»Donnerwetter!
Der Radikalenerlass. Erinnere mich noch sehr, sehr gut daran.
Respekt Kommentator Schramm.
Dachte nicht, solches heute zu lesen.«
 
* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 26.01.2017: »Kanzlerkandidat Martin Schulz. Was will denn der? Reichlich Geld ausgeben, Putin auf Englisch rüffeln, vielleicht Stopfleber essen {...}«
www.taz.de/!5375235/#bb_message_3452411
 
27.01.2017, Reinhold Schramm
 
 
 
Die AFD ist keine Alternative
Rede von Max Brym gegen die neoliberal, rassistische und sozial grausame AFD- Video
https://www.youtube.com/watch?v=kwsrxkM4BB0
Foto Max Brym
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Interview zur Linken
Linke Politik  muss radikal und gesellschaftsverändernd sein. Das ist die Quintessenz der Aussagen des neugewählten Sprechers des Ortsverbandes der Partei " Die Linke" in München Nord. Max Brym beschreibt den Stadtteil und setzt auf eine aktive Politik zugunsten der einfachen Menschen gegen die Interessen des Kapitals. Max Brym positioniert sich klar gegen Rassismus und Sozialabbau. Brym fordert dazu auf auf klare
antikapitalistische Positionen zu setzen.  Die Redaktion
Interview unter
https://www.youtube.com/watch?v=92n_wTw-iIk&feature=share
Foto Max Brym
 
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     Nach dem Schock von Köln - eine hilflose Linke zwischen Ritual und Ref
Diskussionsartikel von Michael Schilwa aus Berlin Wir publizieren den sicherlich zu Kontroversen führenden Artikel von Michael Schilwa. Als Vorbemerkung- bevor die Debatte beginnt. Dem Absatz zu den Kosova-Albanern stimmen wir absolut nicht zu. In Kosova sitzen gegenwärtig hunderte Albaner und Parlamentsabgeordnete wegen ihrer Opposition gegen die neoliberale Mafia- Regierung im Knast. Der Artikel erfolgt aus dokumentarischen Gründen und ist nicht vom „ Sozialistischen Forum München“
 
1. Der folgende Kommentar gibt in keiner Weise die Position der NaO Berlin oder der NaO bundesweit wieder, sondern ist ausschließlich meine Privatmeinung.
2. Ich mir darüber klar, dass dieser Kommentar in meinem engeren und weiteren politischen Umfeld einen veritablen Shitstorm auslösen kann, womöglich droht gar Exkommunikation.
Egal, ich will ja nix mehr werden und es drängt mich doch sehr zur Tastatur, weil mir die Linke „nach Köln“ immer mehr vorkommt wie der berühmte Pawlow'sche Hund. 
Auch das noch...
Nach den ersten Meldungen über die „Vorfälle“ haben wohl alle Linken dasselbe gedacht. Erstens Fassungslosigkeit und Empathie / Mitgefühl mit den betroffenen Frauen und zweitens: Scheiße, auch das noch – das wird den Rechten noch mehr Auftrieb geben.
Insofern ist es verständlich, dass die Linke irgendwie unter Schock steht. Und es ist gut, dass sie – wenn auch etwas verzweifelt-defensiv – versucht, sich dagegen zu stemmen, dass diese Exzesse für rassistische Ressentiments instrumentalisiert werden. Das funktioniert aber nicht mit Schönreden und Relativieren.
Es hapert ja linksseitig schon mit dem Mut, die Dinge beim Namen zu nennen.
Nur ein Beispiel von vielen:
Der wahrlich verdiente Genosse Pedram Shahyar erklärt in seinem FB-Kommentar vom 13.1. allen Ernstes, die Täter von Köln seien „angeblich“ (sic!) Flüchtlinge und Muslime. Was soll man dazu noch sagen?
Vielleicht hat uns die verdammte Lügenpresse schon wieder verarscht und in Wirklichkeit waren es Norweger und Finnen... Derart krasse Realitätsleugnungen sind zugegeben die Ausnahme – die Regel sind mehr oder minder raffinierte Relativierungen.
Eher plump der Hinweis auf CSU'ler, die jetzt zu Feministen werden. Natürlich ist es lächerlich, wenn die Söders und Singhammers, die vor nicht allzu langer Zeit im Bundestag noch gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe stimmten, nun die Frauenrechtler geben. Aber wofür soll das ein Argument sein? Muss ich für Gentechnik sein, weil auch ein paar Wertkonservative dagegen sind?
Auf gar keinen Fall fehlen darf in diesem Zusammenhang natürlich die anti-deutsche Allzweckwaffe 'Oktoberfest'. Hier demaskiert sich der „Ugly German“ zur Kenntlichkeit und dass es sich bei den dortigen sexuellen Übergriffen auch nicht um Einzelfälle handelt, stimmt ja.
Allerdings kann jedenfalls ich mich nicht erinnern, dass sich beim Oktoberfest jemals 1000 Männer gleichzeitig zu räuberischer Erpressung und sexueller Nötigung zusammengerottet bzw. sich hierfür vorher über soziale Netzwerke verabredet hätten.
Angela Klein schreibt zurecht von „Massenangriffen auf Frauen, die eine neue Qualität haben und in gewisser Weise einen Kulturbruch darstellen“ (so viel Klartext hätte ich mir auch von anderen gewünscht). Aber selbst wenn Sie falsch läge, also „Oktoberfest“ und „Domplatte“ dieselbe Hausnummer hätten, stellte sich erneut die Frage: Wofür soll das ein Argument sein? 
Es kann nicht sein, was nicht sein darf
Der einzige Zweck der argumentativen Vorgeplänkel (Oktoberfest, Karneval, häusliche Gewalt in Deutschland etc.) besteht darin, stimmungsvoll zum zentralen Gedanken und Hauptargument überzuleiten:
Sehr unschön, was da passiert ist. Aber es hat nichts zu tun mit Herkunft, Kultur und Religion der Täter. Das ist erkennbar falsch – (fast) alle Linken wissen es, aber wehe dem, der es ausspricht.
Da hier das „verminte Gelände“ beginnt, darf ich jetzt keinen Fehler machen, werde jedes Wort auf die Goldwaage legen u.v.a. ungerechtfertigte Pauschalisierungen zu vermeiden trachten. Also: Selbstverständlich gibt es feministische Araber (leider viel zu wenige) und natürlich gibt es sexistische, übergriffige Europäer (leider viel zu viele). Es stimmt auch, dass unsere (deutsche) Sprache diskriminierend und verräterisch zugleich ist. Bringt ein Araber seine Frau / Freundin / Schwester um, ist es ein „Ehrenmord“.
Macht dasselbe ein Deutscher, ist es eine „Familientragödie“.
Aber wahr ist auch: Der durchschnittliche Mann aus muslimisch geprägten Ländern hat eine andere, nämlich patriarchalischere Einstellung gegenüber Frauen als der durchschnittliche europäische Mann. Das hat verschiedene soziale, politische und ökonomische Gründe (Wohlstands-/Bildungsgefälle, unterschiedliche Wirkung von „68“ und „Neuer Frauenbewegung“ u.v.m.), aber 
keine biologisch-genetischen.
Für die große Mehrheit der muslimischen Männer steht der Mann über der Frau, Sie hat Ihm zu gehorchen und auch sexuell zu Verfügung zu stehen. Sie hat ihr Haar zu bedecken oder auch den ganzen Körper oder auch das Gesicht, wenn er es wünscht. Das alles kann von der Mehrheit der europäischen Männer nicht behauptet werden. Um es polemisch mit Samuel Schirmbeck (auf den ich gleich noch zu sprechen komme) auf den Punkt zu bringen: Im Maghreb, im Nahen und mittleren Osten und in Arabien ist für die dortigen Frauen jeden Tag „Oktoberfest“.
Ein bestimmter Blick auf die „eigenen“ Frauen generiert fast zwangsläufig einen sozusagen komplementären Blick auf die „fremden“ Frauen. Wenn die ihr Haar nicht bedecken, sind sie zumindest „ehrlos“, gehen sie im Minirock in die Öffentlichkeit, sind sie „Schlampen“ oder „Nutten“, also Freiwild. Wer das für übertrieben, rechtspopulistisch oder gar rassistisch hält, mache den Praxistest und besuche am Wochenende eine beliebige Disco z.B. in Berlin – wie sich v.a. arabische junge Männer dort gegenüber deutschen Frauen und Mädchen benehmen, spottet teilweise jeder Beschreibung. Ich wundere mich seit langem über die Engelsgeduld linker Feministinnen angesichts solcher Phänomene.
Da ich nur für das kritisiert werden möchte, was auch wirklich geschrieben habe, hier sicherheitshalber noch ein paar Klarstellungen: Es geht nicht ums Schweinebraten essen oder Weihnachtsbäume aufstellen, nicht um Kultur, schon gar nicht Leitkultur, auch nicht um vermeintliche oder tatsächliche deutsche oder europäische Werte, sondern um eine einfache und klare Ansage:
In Deutschland ist die Frau zumindest juristisch und formal gleichberechtigt.
Wir als Linke finden das gut und wollen dazu beitragen, dass die formelle Gleichheit auch zur realen gesellschaftlichen Gleichheit wird.
In Deutschland können sich Frauen anziehen wie sie wollen – entscheiden sie sich für „sexy outfit“, ist das kein Hinweis auf gar nichts. Die „Slutwalks“ werden von links begrüßt oder gar gefeiert. Aber was hat die „PC-Fraktion“ daraus gelernt? Hier zum Mitschreiben nochmal die zentrale Losung: This is a dress, not a Yes !
Kein strenggläubiger Muslim muss das gut finden, er soll alle Freiheiten haben, gegen den „verlotterten Westen“ zu polemisieren. Er muss auch keine „Integrationsvereinbarung“ unterschreiben, in der drin steht:
„Ich gelobe feierlich, der feministischen Sache für immer treu zu dienen“
Aber eines, das muss er: In seinem Verhalten gegenüber Frauen deren Selbstbestimmungsrecht respektieren. Tut er das nicht, kriegt er Probleme: Juristische Konsequenzen und soziale Ächtung. 
Arabische Dissidenz findet nur in der FAZ statt
Den „Goldenen Vollpfosten“ für den zynischen Gipfel des lakonischen Achselzuckens in der „Post-Köln-Debatte“ verleihe ich hiermit an Bundesrichter Thomas Fischer. In seiner 'Welt'-Kolumne „Unser Sexmob“ gießt er in jurisprudent-eloquenter Sprache Hohn und Spott aus über alle, die sich nach / über Köln empört haben. Man soll ja seinen Mitmenschen, auch dem Klassenfeind persönlich nichts Schlechtes wünschen.
Aber nach dem „Genuss“ dieses Pamphletes hatte ich schon die spontane Idee, dass es für den feinen Herrn Bundesrichter vielleicht ganz lehrreich wäre, wenn er auch mal überfallartig von 40 – 50 wildfremden Männern umringt würde, die ihm sodann dutzendfach ihre Finger in den Anus schieben, während andere gleichzeitig versuchen ihn abzuknutschen und an seinem Genital rumfummeln.
Nachdem er so am eigenen Leib erfahren hätte, wie sich das anfühlt, wäre ich doch recht gespannt auf den Inhalt seiner nächsten Kolumne.
Für die, die das zu harsch finden: Es gibt nicht nur den handfesten Sexismus der Dumpfbacken von ganz unten rechts, sondern auch einen intellektuellen Feuilleton-Sexismus von halblinks halb oben.
Nun gut, das Internet ist bekanntermaßen voll von Vollpfosten und dass die Vollpfostenzeug posten, ist nicht weiter bemerkenswert. Der springende Punkt ist ein anderer: Die Fischer-Kolumne wurde auch von vielen Linken auf FB geliked und geteilt (auch von Genossen, die ich persönlich kenne und für ihre politische Erfahrung und Urteilskraft schätze).
Hey Comrades, warum teilt ihr den sexistischen Kackmist eines feisten Bundesrichters, aber nicht - z.B. ! - Mona Eltahawys „Schleier und Jungfernhäutchen. Warum es im Nahen Osten eine sexuelle Revolution geben muss“!?
Von der Frau habe ich auch erst via Scholz / Schirmbeck erfahren. Birger Scholz war der einzige mir bekannte Linke, der sich traute, den lesenswerten Artikel von Samuel Schirmbeck „Sie hassen uns“ (die muslimischen Männer die Frauen, M.S. /Zitat Eltahawy) weiter zu verbreiten und zu empfehlen. Schirmbeck ist kein Linker, aber auch kein Rechtspopulist. Er weiß aber, wovon er redet, da er mehrere Jahre in Nordafrika gelebt hat.
Er legt das beschämende Totalversagen der Linken schonungslos bloß:
Ausgerechnet die Linke in Deutschland (auch die feministische!) denunziert die (linke und feministische!) innerarabische Islamkritik als „islamophob“!
Wobei ich noch anmerken möchte, dass in einem Land wie z.B. Saudi-Arabien schon „nur“ liberal-säkulare Positionen / Proteste ein unterstützenswerter Fortschritt sind.
Die deutsche Linke hält es mehrheitlich lieber mit der scheißolivgrün – neoliberalen TAZ. Die hat gerade herausgefunden, was die Empörung über Köln in Wirklichkeit ist: Die „Reproduktion des rassistischen Bildes der unschuldigen weißen Frau, die vor dem aggressiven muslimischen Mann geschützt werden muss“. Vulgo: Wer sich nicht begrapschen lassen will, macht sich mitschuldig am Erstarken des Rassismus – ich krieg' grüne Pickel am Po!! 
Kriminelle Ausländer raus?
Reden wir über die Sylvester-“Vorkommnisse“, dann reden wir nicht über Falschparken oder Mundraub im Supermarkt, sondern über schwere Straftaten, als da wären: räuberische Erpressung und Raub, sexuelle Nötigung und (in mindestens einem Fall) Vergewaltigung, sowie (aufgrund des bandenmäßigen Vorgehens) OK (Organisierte Kriminalität) und Landfriedensbruch. Dagegen braucht es natürlich keine neuen (schärferen) Gesetze, sondern die Anwendung der bestehenden.
Mit einer Ausnahme:
In Deutschland ist Vergewaltigung juristisch erst dann eine Vergewaltigung, wenn das Opfer sich „gewehrt“ hat. Das kann erstens in manchen Situationen lebensgefährlich werden und ist zweitens zynisch, weil es leicht nachzuvollziehen ist, dass die Opfer in solchen Situationen oft wie paralysiert sind. „Nein heißt Nein!“ muss in Gesetzesform gegossen werden.
Die Sache mit der Genfer Konvention hat sich ja mittlerweile geklärt – diese verbietet eben nicht die Ausweisung / Abschiebung rechtskräftig wegen Straftaten verurteilter Flüchtlinge, sofern dem keine zwingenden humanitären Gründe entgegenstehen, sprich den Betroffenen im Zielland nicht Haft oder gar Folter / Tod drohen.
Ich will aber nicht juristisch argumentieren, sondern politisch.
Leider hat Sahra Wagenknecht in diesem Zusammenhang einen Riesenbock geschossen. Sie ist ja keine politische Anfängerin, hätte also wissen müssen, dass „Gastrecht“ nach paternalistischem „Gnadenrecht“ klingt, v.a. aber sofort Erinnerungen an Basta-Schröder weckt („Wer das Gastrecht missbraucht – raus, aber sofort!“). Im Gegensatz zu Vielen unterstelle ich ihr kein Kalkül (schon gar kein rechtspopulistisches), sondern „nur“ eine politische „Eselei“. 
Was Sie zum Ausdruck bringen wollte, teile ich ausdrücklich.
Vorneweg aber: Dass ausgerechnet FDS-Granden am lautesten protestierten, ist nur noch ekelhaft-heuchlerisch und leicht erkennbar flügelkampfinteressengeleitet  - wo waren / sind denn die Proteste der Gallerts und Höhns gegen die Abschiebepraxis „ihrer“ Regierungen in Brandenburg und Thüringen? Viel interessanter ist ein Beschluss des geschäftsführenden PV der PdL, indem es heißt: „Die Linke lehnt Abschiebungen ab“. Den Satz kann man eigentlich nur so interpretieren, dass jegliche Abschiebung abgelehnt wird. In einem sonst fast gleichlautenden Beschluss der Bundestagsfraktion fehlt eben dieser Satz. Da drängt sich eine erste Frage auf: Ist diese (neue?) Linie schon an die Genossen in Brandenburg und Thüringen übermittelt worden (s.o.)?
Hauptbegründung für das Wagenknecht-Abwatschen und die Ablehnung jeglicher Abschiebungen:
Die gleiche Straftat müsse für alle die gleichen Rechtsfolgen haben.
Klingt erst mal gut, weil humanistisch und egalitär – ist aber nicht stichhaltig, weil auch in anderen Fällen gleiche Taten unterschiedliche Strafen nach sich ziehen. Jugendliche Straftäter werden milder bestraft als erwachsene, Wiederholungstäter härter als Ersttäter – es kommt immer auf den Einzelfall an (ansonsten bräuchte es keine Judikative, dann reichte der öffentliche Aushang eines Katalogs von Straftaten und den entsprechenden Strafen).
Aber ich mime schon wieder den Freizeit-Juristen. Politisch hätte ich (nicht nur) an die PdL eine zweite Frage: Was spricht eigentlich dagegen, z.B. einen rechtskräftig verurteilten Vergewaltiger nach umfassender und fair-rechtsstaatlichen Prüfung seines Falles nach Bulgarien oder Marokko abzuschieben? Dass er damit u.U. härter bestraft wird als ein rechtskräftig verurteilter Vergewaltiger mit deutscher Staatsangehörigkeit?
Darauf möchte ich mit einer dritten Frage antworten, die an die eigentliche Intention Wagenknechts anknüpft: Ist die Erwartung breiter inländischer (aber auch migrantischer!!) Bevölkerungskreise, dass Flüchtlinge / Zuwanderer, die hier eine neue Heimat finden wollen keine schweren Straftaten begehen wirklich schon rassistisch?
Ich weiß, auf welch dünnem Eis ich mich hier befinde und ich möchte auch nicht alte Weggefährten vor den Kopf stoßen – deshalb versuche ich es nochmal mit einem konkreten Beispiel. Ich konnte das nicht verifizieren – in einer Flüchtlingsunterkunft in Süddeutschland sollen Kosovo-Albaner von den anderen Bewohnern unter Gewaltandrohung eine „Gebühr“ für die Benutzung der Toiletten verlangt und kassiert haben. Wenn das zuträfe, wäre das ein klarer Fall von Schutzgelderpressung in einem – wie ich finde – besonders schäbigen und verabscheuungswürdigen Fall, da die Opfer hier besonders schutzbedürftig / eh schon traumatisiert sind. Im Kosovo herrscht Armut, aber es gibt dort keinen Bürgerkrieg, wenn da wer verfolgt wird, sind es nicht Albaner, sondern Serben und Sinti + Roma. Wäre es für einen rechtskräftig wegen Schutzgelderpressung gegen „Mitflüchtlinge“ verurteilten Albaner wirklich eine unbillige Härte, dorthin zurück geschickt zu werden?
Wenn ja, wie wollt ihr das einem „normalen Menschen“ erklären?
Alles „dumme Kerls“?
Womit wir bei den berühmten „Ängsten der Bevölkerung“ wären. Die zu verhöhnen und / oder pauschal als rechtsradikal zu denunzieren, ist ja schon lange linksradikaler Volkssport. Ich halte das für einen Riesenfehler, denn so treiben wir die Leute geradezu nach rechts.
Wenn der Kollege am Taxihalteplatz äußert „Eine Million reicht aber erst mal“ und ich erwidere nur „Du bist ja rechtsradikal“, dann wird er antworten „Na und, dann bin ich eben rechtsradikal“. Es ist richtig, dass man Rassismus (auch in der eigenen Klasse) nicht bekämpfen kann, indem man ihm nachgibt / entgegenkommt. Richtig ist aber auch, dass Antifa ohne breite Akzeptanz schnell zur Szene-Selbstbefriedigung wird.
Warum sind FN und UKIP (jedenfalls bei Wahlen) die neuen „Arbeiterparteien“? Weil es nicht nur (zu wenig) hochentwickeltes Klassenbewusstsein gibt, sondern auch sozusagen „basalen“ Klasseninstinkt (der natürlich gern mal falsch, nämlich nach rechts abbiegt). Die „Leute“ spüren ganz genau, dass am Ende wieder sie es sein werden, die die Zeche für die „Flüchtlingsströme“ zahlen.
Und sie sind nicht so blöd, nicht zu merken, dass sich vom herrschenden Block aus Konservativen, Sozis, Grünen und Regierungslinken kein Schwein für ihre Interessen und Probleme interessiert.
Und die radikale Linke? Marginalisiert, wird gar nicht wahrgenommen. Vielleicht ist das sogar ganz gut, denn ihr postmodernistisch infizierter Teil kultiviert ja inzwischen eine regelrechte Verachtung des weißen, männlichen, heterosexuellen Malochers und wendet sich lieber den wirklich wichtigen Dingen zu.

Haben wir nun 120 oder doch eher 160 verschiedene Geschlechter? Ist es eine schwere oder mittelschwere Diskriminierung, wenn dem mopedfahrenden Turbanträger die Befreiung von der Helmpflicht verweigert wird? Werden Cisgender vom „Sternchen“ oder vom „Unterstrich“ besser repräsentiert? (Für die ins Grübeln kommenden Geschlechtsgenossen: Ein „Cis-Mann“ bist du, wenn du ein im Großen und Ganzen entspanntes Verhältnis zu deinem „kleinen Freund“ hast). Das ist alles viel schicker und „subversiver“ als sich mit der verzopft-altmodischen „sozialen Frage“ rumzuschlagen.
Außerdem verabschieden sich auch Linke nur ungern von alten Gewissheiten.
Dazu zählt z.B. die Behauptung, je höher der Ausländeranteil eines Quartiers, desto harmonischer das Verhältnis von In- und Ausländern. Nur in der ehemaligen Ostzone, wo es wenig bis gar keine Ausländer gibt, sei die Rechte überproportional stark. In Wahrheit ist es doch eher so: In den gutbürgerlichen Bezirken funktioniert „Multi-Kulti“ prima, der grüne Oberstudienrat hatte jedenfalls noch nie Probleme, wenn er beim Inder essen war. Ganz unten hingegen (in Ost und West!) verschärft sich der Kampf zwischen deutscher Unterschicht und armen Migranten (die erfolgreichen türkischen Geschäftsleute sind längst auch weggezogen) um bezahlbare Wohnungen und miese Jobs.
Kleines Praxis-Beispiel gefällig für die Probleme auf dem „Unterdeck“?
Ich stehe mit meiner Droschke oft am Berliner Busbahnhof, also da, wo die armen Schweine vor allem ankommen. Leider scheint sich noch nicht in allen Herkunftsländern rumgesprochen zu haben, dass die Bezahlung von Taxifahrten mit Naturalien in Deutschland eher unüblich ist. Jedenfalls hatte ich nur seit Jahresbeginn schon 4 Fahrten, bei denen am Ende gar nichts zu holen war oder die Bezahlung mit Wurst oder Zigaretten angeboten wurde. Frage an die studierten Marxisten unter den Lesern: Soll ich zum Rassisten werden und von Menschen, die „nach Flüchtling aussehen“ Vorkasse verlangen oder soll ich solche Touren unter dem Betreff „Internationale Solidarität“ abbuchen? 4 Touren klingt nach wenig, sind aber immerhin 60 – 80 €, also das, was ich pro Woche max. für Essen ausgebe. Was glaubt ihr, wie Kollegen ohne „marxistische Grundausbildung“ auf so was reagieren?

„No borders“?
Mandelisten“ wie ich stehen ja (zurecht) unter dem Generalverdacht, wo immer es möglich ist, an Massenstimmungen „anknüpfen“ zu wollen. Beim Thema Rassismus gibt es aber nichts anzuknüpfen (auch wenn mir das sicher viele vorwerfen werden), weil diese „Stimmung“ in die komplett falsche Richtung geht. Allerdings finde ich, dass sich die Linke auch bei diesem Thema nicht auf Vorschläge / Forderungen beschränken sollte, die erst im Sozialismus / Kommunismus umsetzbar sind. Was also hat die Linke neben ihrer Kritik der repressiven Politik der Herrschenden auf diesem Feld zu bieten? So wie ich das sehe, bis weit in die PdL hinein nur eines: „Grenzen auf für alle!“
Wer das als weltfremd kritisiert, kriegt zu hören, dass das selbstverständlich eine Forderung sei, „ die über den Kapitalismus hinausweise“.
Na schön, dann fangen wir mal an zu träumen.
Wir schreiben das Jahr 2017 – genau 100 Jahre nach der Oktoberrevolution hat ein überraschender und heftiger Linksruck die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa entstehen lassen. Der oberste europäische Rätekongress hat gerade alle Außen- und Binnengrenzen abgeschafft. Und nun? Das hätte absehbar zur Folge, dass wir nicht mehr über 1 Million, auch nicht über 10 Millionen, sondern eher über 80 Millionen Flüchtlinge reden.
Alle, die nicht im Baby- oder Greisenalter sind und noch laufen können, würden sich (verständlicherweise!) auf den Weg machen. Das käme einer weitgehenden Entvölkerung des Maghreb und des Nahen + Mittleren Ostens gleich, die betroffenen Länder würden regelrecht ausbluten. Eine solche Entwicklung wäre schlecht für die Flüchtlinge UND schlecht für die europäische ArbeiterInnenklasse UND schlecht für die Herkunftsländer.
Ohne revolutionären Bruch wird’s nicht gehen, weil sich die Reichen und Mächtigen erfahrungsgemäß ihren Reichtum und ihre Macht nicht einfach widerstandslos „wegtransformieren“ lassen. Aber die Vorstellung, am Tag nach der Revolution entstünde das kommunistische Paradies ist furchtbar naiv.
Es wird auch im Sozialismus Kriminalität und also (sicher andere) Knäste geben. Es wird noch lange dauern, bis Markt / Waren / Geld völlig verschwunden sind. Und es ist leider auch so, dass selbst die prinzipienfesteste und entschlossenste linke Regierung die Fluchtursachen, also die Folgen hunderter Jahre Kolonialismus und Imperialismus nicht binnen zwei Wochen „wegdekretieren“ kann.
Wenn es also auch unter superoptimalen Bedingungen noch eine ganze Weile unterschiedliche Lebensbedingungen z.B. in Nordafrika und Europa geben wird, sollten wir uns endlich ehrlich machen.
Ich sehe nur drei strategische Optionen:
1. Mitverwaltung / -gestaltung des kapitalistischen Elends
Da bin ich gegen – das Einzige, was dabei herauskommt, ist die individuelle Lösung der sozialen Frage für die linken Minister + Staatssekretäre.
Die Klasse steht hinter meist schlechter da als vorher, denn linke Regierungen werden i.d.R. nur für die „Drecksarbeit“ gebraucht.
2. „Staat, Nation, Kapital – Scheiße“
Um ja nicht in die Reformismusfalle zu tappen sagen wir, dass die Probleme (auch die „Flüchtlingskrise“) im Kapitalismus nicht gelöst werden können.
Stimmt ja auch – nur glaube ich nicht, dass das (alleine!) ein kluger Plan für den Kampf gegen Pegida und AfD ist.
3. „Revolutionäre Realpolitik“
Ich weiß, wie viel Schindluder auch mit diesem Begriff getrieben wird. Jede(r) versteht darunter was anderes.
Deshalb will ich mal versuchen, dass entlang unseres Themas durch zu deklinieren.

Die Linke muss sich endlich ehrlich machen
Erster Schritt: Trennung von Zuwanderung und Asyl.
Ich glaube, auch die radikale Linke muss sich von der Vorstellung / Forderung verabschieden, dass wirklich jede(r) kommen sollen darf und stattdessen endlich anfangen, sich in die Debatte über Zuwanderungskriterien einzumischen.
Diese Debatte wird nämlich bislang völlig dominiert von den vor allem schwarz-grünen Apologeten der Verwertungslogik – ihre Agenda ist klar:
Her mit den Jungen, Gesunden, gut Ausgebildeten – alle anderen sollen bleiben, wo sie sind. Das ist dem Fall gut für die, die eine „Green Card“ erwischen, aber erneut definitiv schlecht für die Herkunftsländer und u.U. auch erneut schlecht für die Klasse in Europa. Dem muss also unbedingt von links auch konzeptionell was entgegengesetzt werden.
Was genau, weiß ich auch nicht – aber bitte mehr / Gehaltvolleres als „Willkommenskultur“ ( so herzerwärmend sympathisch diese auch ist).
Das Grundrecht auf Asyl darf nicht angetastet werden, weshalb es keine wie auch immer gearteten „Obergrenzen“ (und auch keine Wagenknechtschen „Kapazitätsgrenzen“) geben darf. Da herrscht ja zum Glück Einigkeit von Dietmar Bartsch bis zum Schwarzen Block.
Die für die Linke knifflige und schmerzhafte Frage lautet anders:
Bleiberecht für alle“ oder „Für faire, individuelle, rechtstaatskonforme Asylverfahren“. So leid es mir tut: Tertium non datur! Die Methode „Wasch' mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass“ funktioniert auch hier nicht.
Denn entweder dürfen unabhängig von Herkunftsland, Person, Fluchtgründen alle bleiben, die kommen – dann braucht es aber auch keine Asylverfahren mehr und also auch keine linken Forderungen nach deren besserer Ausgestaltung.
Oder wir fordern gerechtere, individuelle, humanitäre etc. Asylverfahren – dann muss aber klar sein, dass auch ein „linkes“ Asylverfahrensrecht abgelehnte Asylbewerber produziert / produzieren kann. Selbst wenn die Anerkennungsquote von jetzt 1 – 2 % auf über 90 % stiege, blieben tragische Einzelfälle.
Ich bin für Letzteres, vor allem, weil ich da Möglichkeiten sehe politisch endlich mal wieder in die Offensive zu kommen. Wir sollten argumentieren, dass in Asylverfahren oft über Leben + Tod entschieden wird, weshalb das nicht einer kapitalistisch-technokratischen Bürokratie überlassen werden darf.
Die daraus abgeleitete Forderung:
Beteiligung von Gewerkschaftsvertretern (meinetwegen auch Kapitalvertretern), v.a. aber von Delegierten von Flüchtlings-/Migrantenorganisationen und Vertretern der lokalen Unterstützergruppen der „Willkommenskultur“ an Asylverfahren. Die Errechnung der genauen „Parität“ können ja die auf so was spezialisierten SAV-Genossen übernehmen.
Aber wie gesagt, Sinn macht das nur, wenn die Linke den Mut findet, sich von Losungen wie„No borders“ oder „Bleiberecht für alle“ zu verabschieden.
 
Das Eine tun ohne das Andere zu lassen
Schwere Zeiten für Anti-Rassisten UND für Anti-Sexisten!
Völlig klar, dass Antirassismus sich vor allem dann bewähren muss, wenn der Wind von Rechts besonders heftig bläst. Wenn jetzt schon pauschale „Schwimmbadverbote“ für Migranten möglich sind, braucht sich keiner zu wundern, dass die braunen Mordbrenner vor den Flüchtlingsunterkünften glauben, den Volkswillen zu exekutieren.
Vice versa gilt aber auch:
Die Linke darf ihren Feminismus nicht an der Garderobe abgeben, bloß weil der Sexismus aus der „falschen“ Ecke kommt. Es geht nicht um abstrakte Debatten, sondern um konkrete Parteinahme. Wenn männliche Flüchtlinge sich weigern, sich in Beratungsstellen von Frauen beraten zu lassen oder in Unterkünften kein Essen von Frauen annehmen wollen, ist es im Moment gängige Praxis, dass einfach ein Mann geholt wird. Barbara Sichtermann findet: „Das geht nicht!...Das Frauenbild der Migranten muss scharf zurück gewiesen werden“ (Vgl. ihr hörens-/lesenswertes Interview mit dem DLF vom 18.1.). Und ich finde, Sichtermann hat Recht.
Scharfe Islam-Kritik (nee, lieber präziser: scharfe Kritik an der aktuell dominierenden Erscheinungsform des Islam) ist dringend nötig. Islamophobie hingegen muss bekämpft werden. Aber doch bitte nicht dadurch, dass wir die innerislamische / innerarabische linke und feministische Kritik an der irrwitzig-fundamentalistischen Koran-Auslegung und der Macho-Kultur in diesen Ländern im Stich lassen und als rechtspopulistisch denunzieren.
Diejenigen, die diese Kritik – teilweise unter Lebensgefahr – wagen, sind unsere GenossInnen!!
Ein erster Schritt:
Schluss mit den politisch (angeblich) korrekten „Eiertänzen“ - Aussprechen, was ist. Wenn irgendwo irgendwas passiert, was nicht so recht ins linke Weltbild passt, soll offen und munter über Ursachen, Bewertung, Folgen gestritten werden. Aber die zugrundeliegenden gesellschaftlichen Realitäten dürfen nicht verschwiegen, geleugnet, beschönigt, relativiert werden.
Ein letztes (großes Barschel-Ehrenwort) Beispiel, was ich damit meine:
Es ist an deutschen Schulen ein Massenphänomen, dass muslimische Mädchen nicht am Sport- und Schwimmunterricht und an Klassenfahrten teilnehmen dürfen. Die Abmeldung vom Biologieunterricht ist – noch – die Ausnahme (btw: Obwohl die Fundis aller drei großen abrahamitischen Buchreligionen sich am liebsten gegenseitig vernichten würden, in der Ablehnung von Evolutionslehre und Sexualaufklärung herrscht Einigkeit).
Das Gesetz in Deutschland sieht aber nicht ein Schulangebot oder eine Schuloptionvor, sondern aus guten Gründen eine Schulpflicht. Der zugrundeliegende emanzipatorische Gedanke, nämlich dass es nicht vom Geldbeutel, aber eben auch nicht von der religiösen oder politischen Überzeugung der Eltern abhängen soll, ob, was und wie lange ein Kind lernt, müsste eigentlich von Linken und allen, denen an gelingender Integration gelegen ist, leidenschaftlich verteidigt werden.
Realiter wird das aber von Linken verschämt beschwiegen – schon das Reden darüber könnte ja falsch verstanden werden. Sollen wir wirklich akzeptieren - sozusagen als „Multi-Kulti – Kollateralschaden“ - , dass salafistische Hinterhofprediger darüber entscheiden, wann muslimische Mädchen zur Schule gehen dürfen und wann nicht?
Ich habe genau dieses Thema auf einem der letzten Plena der NaO-Berlin zur Sprache gebracht. Die Reaktionen waren überwiegend ernüchternd. Mimik sagt mehr als 1000 Worte – das Entsetzen stand den meisten GenossInnen ins Gesicht geschrieben.
Ich fürchte mit diesem (leider zu lang geratenen) Kommentar wird’s mir genauso (oder schlimmer) gehen.
 
 München- Die „bittere“ Nacht der „Verzweifelten“
Von Oliver Stey 
Aus gut unterrichteten Kreisen wird vermutet, dass wahrscheinlich ein Terroranschlag von eventuell in München hausenden Syrern, Irakern. Pekinesen oder Chiwawas die wir vermutlich sogar beim Namen nennen könnten aber der Zeitpunkt ist noch zu früh um genaueres zu wissen gegen unsere „Demokratie“ oder Deutschlands wohl schönstes Bahnhofsgebäude geplant sein könnte aber wir vermuten, dass wir alles im Griff haben könnten. 
Geht es vielleicht anderen Menschen im Lande der „Terrorüberflutung“ auch so wie mir, dass einem der Scheiß allmählich auf die Nerven geht?
Nicht auf die „spannungsgeladenen“ Nerven der „Verzweifelten“, die zum Schutz gegen den „internationalen Terror“ nach immer noch mehr Polizei- und Militäreinsätzen kreischen um seine „Freiheitsrechte“ verteidigt zu wissen, sondern einfach nur auf die Nerven der allmählich verschwindenden Vernunft.
Sicherlich ist es schlimm, wenn man sich den „Untergang des christlichen Abendlandes“ vor Augen halten darf, durch Anschläge in New York, Paris und ….. jetzt schon bei uns am Münchner Provinzbahnhof! Das ist Schlimm!
Allerdings bei Betrachtung der Hysterie der letzten Jahre stellt sich mehr und mehr die Frage: Wer hat eigentlich den größten Gewinn und Nutzen aus den „Terror“?
Da werden Jahrelang Jubelgesänge auf die Waffenindustrie gefeiert und Salven der Arroganz auf Gegenstimmchen abgefeuert, die mit ihrem Genöle das Bruttosozialprodukt unserer und der anderen „zivilisierten“ Nationen beschädigen wollen, indem sie einer solchen Gelegenheit der Gewinnmaximierung nicht mit begeisternder Zustimmung folgen wollen, und dann denken wir allen ernstes über die „Gefahren“ des weltweiten Terrorismus nach?
Da kriegt Saudi-Arabien, der Iran, die Türkei etc. alles was sie an Rüstzeug benötigen, um ihre „Feinde“ zu bekämpfen. Gemeint ist bei diesem Akt der „humanitären Hilfe“ jedoch immer nur eines! Gewinnmaximierung um jeden Preis!
Refugees Welcome! Aber der/die Flüchtlinge sollten demnächst schon kundtun, ob sie zu uns als ArbeitssklavInnen kommen möchten oder einen Angriff auf unsere „Zivilisation“ planen. Na es geht dabei das alte Lied aus dem 19. Jahrhundert „Die Gedanken sind frei“ - doch wir können´s raten! (Siehe die glorreiche „Kampfnacht“ gegen den „Terrorismus“ am Haupt- und Pasinger-Bahnhof München). 
Tatsächlich dürfte der Anteil der Terror-Willigen unter den Flüchtlingen im Mikrokosmos unter dem Rasterelektronenmikroskop zu finden sein. Die echten Terroristen sind ohnehin schon längst im Land und sicherlich mit Pass und Gutbürgeranstandsjob in der Gesellschaft bestens „integriert“.
Doch welchen Terrorismus meinen wir? 
Angesichts dessen, das die Statistik für in Deutschland nach einer umtrunk geschwängerten Kneipennacht als Helden der Landstraße ums Leben gekommene Bauernkinder pro Jahr vermutlich mehr Tote aufzuweisen haben, als der Terrorismus der letzten 20 Jahre und man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass pro Jahr etwa 20fach die Zahl der „Mauertoten“ erreicht wird durch die Zahl ertrunkener Verzweifelten im Mittelmeer dank abgesoffener Schrottfrachter, ist es schon etwas lächerlich, die ewigen Panikobsessionen aus Politik, Rundfunk und Presse ertragen zu dürfen.
Es ist der Terrorismus ganz anderer Natur, der mir wirklich Alpträume verursacht. 
Der Terrorismus gegen Freiheitsrechte, Demokratie und Menschlichkeit!
Vielleicht fällt es ja vor lauter „Jawohl, da muss man halt schon was machen, denn sonst gefährden die Taliban noch unsere Freiheit“ - SängerInnen gar nicht auf, dass eine Behandlung völlig Normaler Bürgerinnen wie Terrorzellen, längst schon alle Freiheiten im Land genommen haben.
Wir werden weggesperrt, weil eventuell ohne wirkliche Basis eines Wissens vermutlich der Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt, einem Flughafen (Gut der Berliner Flughafen wird die nächsten Jahrzehnte vermutlich noch nicht ins „Fadenkreuz“ der „Irren“ Terroristen geraten, da er gerade von den Wahnsinnigen der Deutschen Verwaltungszunft malträtiert wird), Bahnhof, Ausstellung, Oktoberfest, Bauernmarkt und die Wahl der Zwetschgendatschi-Königin von Kleinhennenbach, geplant ist. Dabei fällt offenbar gar nicht auf, dass wir selbst es sind, die uns terrorisieren!
Es ist der Terror in den Köpfen, der als Panik um sich greift, ohne das Gehirn zu benutzen.
Das ist vermutlich dem Instinkt der Menschheit geschuldet, der Jahrtausende über dafür gesorgt hat, das die Art überleben konnte. Wer nicht wegrennt vom Säbelzahntiger, der wird halt gefressen!
Nur hier findet etwas völlig anderes statt. Man manipuliert diesen Überlebensinstinkt und instrumentalisiert ihn für bestimmte Interessensgruppen.
Denken wir an die „schöne alte Zeit“ zurück, als der österreichische Anstreicher noch Führer, Reichskanzler und GRÖFAZ war. Wem wäre es da im Lande in den Sinn gekommen, den Bahnhof der Hauptstadt der Bewegung abzusperren, nur weil der durch unsere Regierung ausgelöste Terrorismus des zweiten Weltkriegs unser schönes, leuchtendes Dorf mit den Luftangriffen der Alliierten überzog? 
Terrorismus ist Krieg! 
Wir exportieren und führen ihn in die exotischsten Gegenden des Planeten und bekommen ein bisschen was davon wieder zurück! Das ist aber auch schon alles!
Dann sollte unsere Kriegsministerin (weichgezeichnet Verteidigungsministerin) aber so ehrlich sein, zu sagen, dass längst das Kriegsrecht (eben nicht das Verteidigungsrecht) über unser aller Köpfe verhängt wurde und der Staat und seine Institutionen wegen Vermutungen und Unterstellungen gegen das eigene Volk schalten und walten kann, wie es ihm beliebt. 
Das ist in jedem Fall ehrlicher, als um jede noch so zwergelhafte Veranstaltung Wehr- und Wachzäune zu ziehen wie um ehemalige KZ-Anlagen. Andere Eindrücke tun sich mir nämlich nicht auf, wenn ich mir die „Schutzzäune und „Wehr- bzw. Wachdienst leistenden“ Schutztruppen nicht als „Wacht am Rhein“ sondern beispielsweise um ein Oktoberfest betrachte. 
Dass dieser Irrsinn nichts verhindern kann, durfte schon beim Oktoberfest-Anschlag Anfang der 1980er Jahre eindrucksvoll bestätigt werden. 
Sicherlich würden unbedarfte Kleingeister dazu einwenden: „Wenn wir aber nichts getan hätten, und es wäre doch etwas passiert, dann möchte ich nicht wissen, was dann gesagt werden würde!“ -
Gesagt von Wem? Von uns? Von den PolitikerInnen, - Oder von den Wach- Polizeidiensten und der Industrie, die durch diese hausgemachten Panikattacken ihre Gewinne und Arbeitsplätze sichern und ausweiten?
Es wird immer etwas passieren! Das ist nun einmal der Lauf des Lebens und lässt sich nicht verhindern. Ebenso wie keine Naturkatastrophe der Welt in der Lage ist mehr Schaden an der Menschheit anzurichten, als der Mensch selbst dazu imstande ist. 
Ob das allerdings wirklich rechtfertigt, Menschlichkeit und Demokratie auf Null zu fahren, sei den allmontaglichen IdiotInnen von PEGIDA und Co. überlassen. 
Wenn wir jedoch kleinkariert über unsere „Freunde“ in der Welt kreischen, dass sie uns ausspionieren und abhören, dann gilt im Gegenzug selbstverständlich, dass wir das auch tun und dass jede/R und Alle Angst vor dem anderen und sich selbst haben und sich gegenseitig misstrauen. Da sind wir wieder bei den Urinstinkten unserer Vorfahren und stellen fest, Spionage und Gegenspionage ist so alt wie die Menschheitsgeschichte und hat auch keine Erhellung der Finsternis unserer eigenen Psyche gebracht.
Interessant in diesem Zusammenhang ist nur die Feststellung, dass auch hier in der Regel die erwarteten bzw. vermuteten Vorurteile, die wir uns selbst als Bild von unseren „Freunden“ oder besser gesagt Gegnern machen durch unser Wunschdenken, dass der/die Andere/N die identische Raubtiermentalität besitzen wie wir selbst dann auch die Bestätigungen finden werden, die wir vorausgesetzt haben. 
Festzustellen sei angesichts all dieser Dinge, dass wir erstens mehr Angst vor dem Terrorismus in unseren Köpfen haben sollten als von irgendwelchen „bedrohlichen“ Spinnern die uns „ihren Willen“ aufzwingen wollen. Die Konsequenz wäre sonst, dass wir uns selbst den Willen zur Freiheit so beschränken, dass wir gar kein Einschränkung von Außen mehr nötig haben.
Zweitens: Dass es in der Tat ein Kampf um Macht, Ressourcen und Gewinne der Herrschenden in der Welt geht und nicht um den vermuteten, eben wahrscheinlichen, durch Gerüchte und Schundmärchen kolportierten Blödsinn vom bösen Wirtschaftsflüchtling und Fremdling, der/die uns ihren Glauben und Willen aufzwingen wollen.
Drittens: Wir mit Wort und Tat kämpfen müssen, dass die Freiheit und Individualität der/des Einzelnen nicht völlig durch die Beherrschenden Kräfte in Politik, Industrie und Finanzwelt im Zuge des „Kampfes gegen DAS BÖSE“ auf den Level einer gehorsam marschierenden Ochsenherde in Richtung Schlachthof gebracht werden. 
Sind wir nicht in der Lage selbst rationell zu Entscheiden, was ist richtig, was ist Notwendig und was ist Irrsinn, dann werden wir alle schon bald die „Eiserne Klammer des Terrorismus“ zu spüren bekommen. Aber es wird sicherlich nicht der Terrorismus irgendwelcher Topflappenträger vom hintersten Hindukusch sein, sondern der real wiedererstehende Faschismus in der „zivilisierten“ Welt, der den Mächtigen und Reichen und dessen „Hofstaat“ aus Beamtenstuben und ProvinzpolitikerInnen den unbegrenzten Zugang zu Ressourcen und Arbeitskräften verschafft und dabei den Großteil der Menschheit versklaven wird. 
In diesem Sinne ein schönes Jahr 2016 und Latscho Diwes 
 
„wink“-Emoticon
 
Oliver Steys Foto.
Gastbeitrag Putins Bizeps
 
 
16. Dezember 2015 Entnommen aus
 lowerclassmagazine      Wenn der Feind deines Feindes zum Freund wird, oder wie groß ist Putins Bizeps eigentlich wirklich? Auseinandersetzung mit dem russischen Imperialismus
Ja, auch wir waren entzückt. Wofür der ein oder andere von uns jahrelang in ranzigen McFits zwischen braungebrannten, schreienden Menschen die Eisen durch die Gegend geworfen hat, scheint diesem Mann in die Wiege gelegt worden zu sein: Putin überzeugt durch stabilen Bizeps und eine wohlgeformte Brust. Außerdem reitet er auf Bären, was wohl unsere kühnsten Kindheitsfantasien bei weitem übertrifft.
Auch wir können nicht bestreiten, dass das Vorgehen Russlands heute in einigen Situationen antiimperialistisch wirkt. Spätestens der saftige Arschtritt, den Putin unserem Busenfreund Recep Tayyip kürzlich verpasste, entlockte uns allen ein zufriedenes Lächeln.
Dieses Lächeln ist uns allerdings in den vergangenen Wochen immer wieder beim Anblick der diversesten Diskussionen vergangen, in denen Putin und Russland als große Retter stilisiert wurden. Sollte Putin tatsächlich derjenige sein, in den wir unsere Hoffnung auf Besserung im Nahen Osten legen sollten? Ist Russland aufgrund der Unterstützung antiimperialistischer Staaten gleich auch an sich antiimperialistisch? Ist Russland sogar "nicht so" kapitalistisch wie die anderen Länder? Und unterstützt Russland den antiimperialistischen Kampf aus Solidarität oder wie manche sogar sagen aus "moralischer Pflicht"? Bei den Diskussionen rund um diese Fragen ist uns in der Vergangenheit dermaßen oft der Booster in den Rachen geschossen, dass es Zeit wird einen kurzen Blick auf die russische Ökonomie zu werfen, bevor euch der Genosse Wladimir Iljitsch Lenin auch die letzten Flausen aus den dieser Tage in Glühwein eingeweichten Köpfchen treiben wird.
Die russische Ökonomie
Die Forbes-Liste des vergangenen Jahres zeigt, dass es in Russland im Jahr 2014 110 Milliardäre gab, deren Privatbesitz bei weit über 300 Milliarden US Dollar lag. Dabei beträgt das durchschnittliche Einkommen nur rund 630 US Dollar pro Monat. Und das gilt wohlgemerkt nur für Zentralrussland.
Der Global Wealth Report der Schweizer Bank Credit Suisse aus dem Jahr 2013 belegt, dass die Kluft zwischen der breiten Masse der Bevölkerung und den Superreichen In Russland so tief ist wie in keinem anderen großen Land der Welt. 35 Prozent des gesamten Reichtums des Landes befinden sich demnach in den Händen von 0,00008 Prozent der Bevölkerung. Das sind 110 von 143 Millionen Menschen. Zudem beträgt der sogenannte Gini Koeffizient zur statistischen Ermittlung von Ungleichheit für Russland 41,7.Da sieht's sogar in bella Germania mit 27 noch relativ rosig aus.
Da sich nun einige Menschen am Köpfchen kratzen werden und sich fragen, ob der stabil gebaute Aladdin-Flaschengeist mit dem durchaus beneidenswerten Ringelbart jetzt einen auf Wirtschaftsanalytiker macht, mal ne kurze Erklärung was es denn überhaupt mit diesem Gini (Dschinni)- Koeffizienten auf sich hat:
Der Gini-Koeffizient ordnet die Verteilung der Einkommen basierend auf der Lorenzkurve zwischen 0 und 1, wobei 0 totaler Gleichheit entspricht, d.h. alle Bürger haben dasselbe Einkommen. Je näher an eins (oder 0 bis 100, je nach Skalierung) der Koeffizient rückt, desto ungleicher sind Einkommen verteilt, also desto weniger Individuen halten immer größere Anteile des gesamten Nationaleinkommens.putin2_fullsize
Natürlich verlassen wir uns aber nicht nur auf die Zahlen von irgendwelchen dahergelaufenen bürgerlichen Statistikern, sondern holen aus zur Theorie-Schelle. Theorie? Der erste Reflex wird nun sein, panisch das rote X am Bildrand zu suchen und 4-20 Kekse zur Beruhigung zu futtern. Aber versprochen, wir machen's kurz und vielleicht könnt ihr ja sogar noch was lernen.
Wir sollten uns also flux Lenins Kennzeichen des Imperialismus in Erinnerung rufen um eine Analyse des russischen Staates vornehmen zu können:
  1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine dermaßen hohe Entwicklung erreicht hat, dass sie Monopole schafft, die eine zentrale Rolle im Wirtschaftsleben spielen.
Das die russischen Monopole existieren, kann ohne jeden Zweifel behauptet werden. Die Konzentration der Produktion war in der Sowjetunion auf einer sehr hohen Entwicklungsstufe und wurde natürlich übernommen. Es dauerte nicht hunderte von Jahren um im heutigen Russland Monopole entstehen zu lassen - Russland hat die bereits stark konzentrierte sozialistische Wirtschaft geerbt und ihr wieder Privateigentum an Produktionsmitteln übergestülpt.
Ökonomische Studien zeigen klar, dass die russische Wirtschaft hochkonzentriert ist. In vielen Bereichen höher als die USA oder Deutschland. Stark monopolisiert sind die meisten Bereiche der russischen Wirtschaft. Darunter die Energieversorgung, der Transport aber auch die Lebensmittelproduktion.
Nehmen wir uns nochmal die Forbes-Liste zur Brust, sehen wir, dass unter den größten Monopolen der Welt auch 28 russische stehen. Darunter auf Rang 4 das weltweit größte Erdgas-Förderunternehmen Gasprom, das nebenbei hinter den russischen Streitkräften der größte Arbeitgeber des Landes ist. Auf Platz 69 folgt Mineralöl-Riese Lukoil. Der Staat hat großen Anteil an diesen Monopolen, hält an Gaspromaktien eine Majorität von 50%+1. Der Rest liegt in den Händen von Privatpersonen und Investoren aus dem Ausland.
Wir haben es in Russland also mit einem monopolistischem, stark konzentriertem Kapital zu tun.
2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf Basis des Finanzkapitals.
hqdefaultDie Sberbank, größte Finanzinstitution Russlands und internationale Finanzgruppe, belegt in der Forbes-Liste Platz 91 als eine der größten Banken der Welt. Es existieren außerdem Banken, die praktisch mit einem Monopol in enger Verbindung stehen oder ihm sogar angehören. Hierzu gehört unter anderem die Gasprom-Bank.
Die Verschmelzung des Bankenkapitals zum Finanzkapital ist also längst vollzogen. Die Finanziers stehen nicht wie in früheren Stadien des Kapitalismus in der Ecke und vergeben Kredite an die Industrie-Magnaten. Heute verfügen die Magnaten selbst über Banken, weshalb sie heute gemeinhin als Oligarchen bezeichnet werden.
So unter anderem Michail Dmitrijewitsch Prochorov. Der Finanzoligarch war von 2000-2001 Vorsitzender der ROSBank. Gleichzeitig war er bis 2008 Hauptaktionär und Geschäftsführer von "Norilski Nickel", ergreift also erheblichen Profit aus der Gewinnung des Nickels. Forbes taxierte sein Vermögen im Jahr 2009 auf 9,5 Milliarden Dollar. Damit war er der reichste Russe und belegte Rang 40 in der weltweiten Rangliste der Milliardäre. Fast alle Biografien der russischen Oligarchen sehen ähnlich aus.
Nebenbei umfasst die Forbes-Liste nicht alle Superreichen des Landes. Ausgenommen sind Personen, die Schlüsselfunktionen in der Regierung innehaben, allen voran unseren stabilen Kumpel Wladimir. Sein Privatvermögen wird auf 40 bis 70 Milliarden US Dollar geschätzt. Allein die öffentlich vorgeführte Armbanduhrenkollektion hat einen geschätzten Wert von über 250.000 US Dollar.
Aber nun genug der Uhren: Beuten die russischen Oligarchen die Arbeiterklasse nun aus oder nicht? Wenn dem so wäre, wären sie nur eine kleine, unbedeutende Schicht. Aber wo kommen dann die vielen Milliarden auf den Konten dieser Herren her? Wenn doch, dann stellen eben sie die Klasse der Bourgeoisie in Russland dar, mit all der Scheiße die daraus entsteht: Ausbeutung, Elend und Krieg.
3. Der Kapitalexport gewinnt im Unterschied zum Warenexport besonders an Bedeutung.
Das Russland Kapital exportiert sollte wohl auch denjenigen klar sein, deren Kopf nach 42 Folgen Weihnachtsmann & Co. KG schon etwas eingeweicht ist. In den 90ern fand zunächst eine recht unkontrollierte Flucht des Kapitals in Richtung Westen statt um dieses in westlichen Banken zu sichern. Allerdings hat sich dieser Kapitalfluss seit den 2000ern deutlich verringert. Das Volumen der Investitionen und russischen Monopole im Ausland hat sich deutlich vergrößert und betrug im Jahr 2011 rund 360 Milliarden US Dollar. Das sind ein knackiges Drittel des BIP Russlands und 18-Mal mehr als im Jahr 2000.
Es geht um neue Ressourcen, in die russische Kapitalisten im Ausland ihr Geld stecken, um riesige Profite in Ländern mit billigen Arbeitskräften und Ressourcen zu erzielen.
Die russische Bourgeoisie beutet allerdings nicht nur ihre eigene Arbeiterklasse aus, sondern auch die der Länder, deren Gastarbeiter massenhaft in Russland unter desaströsen Arbeitsbedingungen schuften müssen. Ein aktuelles Beispiel für diese massenhafte Ausbeutung sind die Bauarbeiten für die Olympischen Winterspiele in Sotschi im Jahr 2014.
50 Milliarden US Dollar ließ sich Russland die wohl teuersten Spiele in der olympischen Geschichte kosten. Liftanlagen, Hotels, fünf Eisstadien und ein pompöses Olympiastadion - hochgezogen aus dem Nichts und auf den Schultern von zehntausenden Wanderarbeitern, die der Traum von einem guten Lohn angelockt hatte. Sie kamen aus Usbekistan, Tatschikistan oder Kirgistan, um in Russland zu arbeiten und Geld an die Familien in der Heimat zu schicken. Stattdessen gab es in vielen Fällen keine Arbeitsverträge, keinen Lohn und als Sahnehäubchen wurden auch noch die Pässe der Gastarbeiter konfisziert.putin
4. und 5. Es bilden sich internationale Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich aufteilen und die territoriale Aufteilung der Welt unter den kapitalistischen Großmächten ist beendet.
Punkt 4 und 5 zur Charakterisierung des russischen Imperialismus klammern wir an dieser Stelle aus, da sie die Analyse der gesamten Welt umfassen, nicht die eines einzelnen Landes.
Russland und sein Militär
Von großer Bedeutung ist die Militärstärke Russlands. Natürlich ist die militärische Kraft heute nicht mehr vergleichbar mit der Stärke der Sowjetunion. Dennoch zählt Russland zu den stärksten Militärmächten und hat hinter den USA und China die höchsten Militärausgaben weltweit.
Trotzdem kommen wir natürlich nicht umhin zu registrieren, dass Russland bislang eine eher verhaltene Politik führt. Es unterstützt antiimperialistische Nationen und kann aus diesem Grund nicht mit den USA oder der NATO und ihren aggressiven Angriffen gegen mehrere Völker der Welt auf eine Stufe gestellt werden. Es ist also nicht falsch, diese in diesem Punkt antiimperialistisch wirkenden Handlungen Russlands zu unterstützen. Als Kommunisten haben wir deutlich andere Probleme und es liegt uns fern, wie bürgerliche Moralisten nach der Selbstlosigkeit Russlands zu fragen. Natürlich geht es der russischen Bourgeoisie aber um ihre eigenen Interessen.
Aber!
und jetzt kommt ein großes Aber also spitzt die Öhrchen:
Russland ist und bleibt ein imperialistisches Land mit gewaltiger Ausbeutung und einer klar erkennbaren Diktatur der Bourgeoisie. Ein Land mit eigenen Faschisten, einer ausgebeuteten Arbeiterklasse, mit wenigen Superreichen, die über alles herrschen und deren Sprecher Wladimir Putin ist.
Diese russische Bourgeoisie beutet nicht nur ihre eigene Arbeiterklasse aus, sondern auch die der ärmeren Länder, deren Gastarbeiter massenhaft in Russland unter desaströsen Arbeitsbedingungen schuften müssen. Sieht so ein gar nicht so ein "gutes kapitalistisches Land" aus, das man unterstützen sollte?
Während der ein oder andere Wirrkopf dieser Tage seine Liebeserklärung ans heutige Russland in die Tasten kloppt, setzte Putin auf diese neu entfachte Liebe zum Anlass des 100. Jahrestags des ersten Weltkriegs einen dicken Braunbär-Haufen und bezeichnete die Oktoberrevolution als "Verrat an den nationalen Interessen." Eine ziemlich miese Lasche für all diejenigen, die täglich vor ihrem heiß geliebten Putin-Starschnitt den Knicks machen.
Also nochmal: Ja, der Feind unserer Feinde kann manchmal etwas Gutes tun. Ja, er kann, wie es Russland in seiner Außenpolitik gerade tut, antiimperialistisch wirken. Dennoch bleibt Russland ein imperialistisches Land mit einem klar erkennbaren, aggressiven Kapitalismus. Wer sich Marxist-Leninist nennt, der muss sich der Komplexität dieser Vorgänge bewusst sein. Es ist völlig unnötig, dass heutige Russland für seine teilweise antiimperialistische Politik zum Retter zu erheben. Unsere Solidarität sollte vielmehr den russischen Kommunisten und der russischen Arbeiterklasse gelten. Verpisst euch mit diesem Revisionismus - denn nur über seine Leiche wird eine neue Arbeiterbewegung auferstehen.
Der Wahlsieg der Front National- Wars das mit Europa ?
 
Der Wahlsieg der Front National in Frankreich zeigt: Europa driftet immer weiter nach rechts. In gewisser Thomas Nord, stellvertretender Vorsitzender der deutsch-französischen Parlamentariergruppe bewertete dem Wahlerfolg der Front National wie folgt:“ Das ist ein schlechtes Zeichen für Europa.“ In der Tat, die Front National erhielt bei dem französischen Regionalwahlen am vergangenen Sonntag knapp 28 % der Stimmen. Damit ist die FN stärkste Kraft im Frankreich geworden. Im kommenden Jahr finden im Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Sollte Marie Le Pen in den Elysee-Palast einziehen wäre dies eine absolute Bankrotterklärung für Europa. Nach den Anschlägen vom 13. November war der Wahlkampf absolut auf Sicherheitsfragen zugespitzt. Alle Parteien waren sich einig bestimmte Moscheen zu schließen, den herrschenden Ausnahmezustand in Frankreich aufrechtzuerhalten und den „Flüchtlingsstrom“ zu bremsen. Das Ergebnis eines solchen Wettbewerbs liegt nun klar auf der Hand. Der hysterische Wahlkampf in Frankreich, welcher verbunden war mit dem Verbot der Klimaschutz Demonstration gegen die Klimatagung in Paris, nutzte nur der politischen Rechten. Ansonsten war die fortgesetzte neoliberale Politik in Frankreich welche die ökonomischen Ursachen von Armut Ausgrenzung und Spaltung bewusst ignoriert nur die Steilvorlage für die soziale Demagogie der Front National. Die Front National kombinierte geschickt offenen Rassismus mit sozialem Getue . Ermöglicht wurde dies dadurch, dass Holland wichtige Errungenschaften des französischen Volkes , in der Arbeitsgesetzgebung, sowie mit Massenentlassungen im öffentlichen Dienst negierte . Holland und seine „ Sozialisten“ stellten das Soziale infrage. Dadurch wurde es Marie Le Pen ermöglicht sich als Vertreterin der Schwachen und Armen in Frankreich auf zu spielen. Für Armut und soziale Diskriminierung in Frankreich machte die rechtspopulistische Front National, die EU Bürokratie mitverantwortlich. Die französische Rechte gibt sich als Vertreter „französischer Interessen“ aus. Dies hat jetzt offensichtlich auch der „französische Präsident begriffen. Gestern vollzog Hollande in einer Fernsehansprache eine verbale Kehrtwende. In der Ansprache erklärte der Präsident:“ Der Schwerpunkt in Europa müsse künftig auf Wachstum, Beschäftigung und Investitionen und nicht mehr auf Sparpolitik liegen. Das französische Problem ist ein gesamteuropäisches deshalb forderte ich eine generelle politische Umorientierung. Der Schwerpunkt in Europa müsse künftig auf Wachstum, Beschäftigung und Investitionen und nicht mehr auf Sparpolitik liegen,“ Auch müsse sich Europa „zurückziehen, wo es nicht gebraucht wird“. Die Erklärung führte zu panikartigen Reaktionen bei Wirtschaftsverbänden und Ökonomen in Deutschland. Offen äußerten Vertreter des BDA und des BDI ihre Befürchtungen. Das Handelsblatt schreibt:“Andere EU-Länder, in denen radikale und europafeindliche Parteien ebenfalls stark zu legen konnten, könnten denselben Kurswechsel vollziehen – mit dem Effekt, dass Europa insgesamt wirtschaftlich zurückgeworfen werden könnte.“
Krise innerhalb der EU
Es ist scheinbar ein Paradoxon, wenn die Betrachtung oberflächlich durchgeführt wird, dass ausgerechnet Rechte und reaktionäre Parteien die EU zum Scheitern bringen werden. Dies hängt mit der Schwäche der linken Kräfte in Europa zusammen. Überall dort wo eine entschiedene Linke fehlt übernehmen rechte und rechtspopulistische Parteien, scheinbar die Sorgen der Bürger und Bürgerinnen. Dieses ist in Ungarn, Polen, Belgien, aber auch in Schweden und Finnland zu beobachten. Offensichtlich hat die Linke wesentliche Axiome des Marxismus in die Mülltonne getreten. Es war einst Usus festzustellen: Das vereinigte Europa ist unter kapitalistischen Bedingungen entweder unmöglich oder reaktionär. Dies kann auch gar nicht anders sein denn die Wirtschaft ist immer noch an Nationalstaaten gebunden. Allerdings auf der Basis der verallgemeinernden internationalen absoluten Konkurrenz. Letztendlich frisst in Europa der Stärkere den Schwächeren. Der Sozialabbau in Frankreich wurde und wird speziell von den Vertretern der deutschen Industrie massiv eingefordert. Die in der Konkurrenz unterlegenen französische Industrie kann sich durchaus auf den Front National einlassen. Eine Politik der nationalen Abschottung wie sie Marie Le Pen verlangt kann im Interesse der französischen Bourgeoisie sein. Das Handelsblatt schrieb einen Artikel in dem der Front National vorgeworfen wird, „französisches Recht über europäisches zu stellen“. Der Schreiber des Artikels meint sogar die Front National strebe eine „Staatswirtschaft an, wie es sie in der DDR gegeben hat“. Letzteres ist natürlich kompletter Unsinn. Bei jeder elementaren sozialen Auseinandersetzungen in Frankreich, bei jedem Streik steht die Front National auf der Seite der französischen Bourgeoisie . Die Basis des Front National ist das französische Kleinbürgertum, speziell das bäuerliche Element, welches in Frankreich noch ziemlich bedeutsam ist. In diesen Schichten gibt es eine verständliche Ablehnung der EU Direktiven aus Brüssel. Der allgemeine Widerstand gegen EU Bürokratie wird in Gesamteuropa zunehmen. Die politische Mitte in Europa ist dabei zu erodieren. Von dieser Erosion profitiert wie das Beispiel Frankreich momentan zeigt, die politische Rechte. Widerstand wird es in der kommenden Periode aber auch von links her geben. Dies alles im Verbund mit verstärkter innerkapitalistischer Konkurrenz. Die gegenwärtige Wiederkehr des Nationalismus wird die EU letztendlich scheitern lassen. Oder aber die EU wird von links her in Frage gestellt. Elementar stellt sich die Frage wie die Krise in der EU letztendlich politisch beantwortet wird. Die Linke muss sich besinnen und eine Politik der sozialen Gleichheit glaubwürdig vertreten. Wenn sie das nicht tut und dass es eine wesentliche Lehre aus dem französischen Wahlkampf, wird die politische Rechte den gegebenem Unmut und die gegebene Verunsicherung breiter Teile der Bevölkerung für sich vereinnahmen.
 
Max Bryms Foto.
 
 
Der Genosse Ernst Tuppen aus Waldkraiburg wurde vor wenigen Tagen 80 Jahre alt. Wir gratulieren dem Genossen Ernst auf das herzlichste. Stets kämpfte der Genosse Ernst Tuppen, entschieden und entschlossen gegen jede Art von Ausbeutung und Unterdrückung. Auch im 80. Lebensjahr hat Ernst Tuppen sich noch lange nicht zur Ruhe gesetzt. In der südostoberbayerischen Stadt Waldkraiburg kennt ihn jeder, zumindest jeder aus der etwas älteren Generation. Der Genosse Ernst Tuppen wurde im Rheinland in einer sozialdemokratischen Familie geboren. Als Kind erlebte er noch die Schrecken des Faschismus und des Krieges. Lange Jahre war Ernst dann Mitglied der sozialdemokratischen Partei. Aber Ernst stand er immer auf dem linken Flügel, bevor er im Jahr 1978 mit der Sozialdemokratie endgültig brach. Im Waldkranburg der siebziger und Achtzigerjahre gab es kaum eine Versammlung ohne den Genossen Ernst. Stets impulsiv und mit rhetorischem Talent ausgestattet, sprengte er bisweilen zum Teil ganz alleine, bürgerliche Veranstaltungen. Viele Jahre war ernst Personalrat in DB Betriebswerk Mühldorf am Inn. Die Arbeiter schätzten seine direkte und unversöhnliche Art gegenüber der Geschäftsleitung. Die Devise von Ernst als Gewerkschafter war stets: „Ich unterschreibe keine Kündigung, ich helfe ja keinem Unternehmer“. In den siebziger Jahren bildete er einige Jahre zusammen mit dem einstmals legendären Kurt Mangler und dem SPD Stadt und Kreisrat Albin Teistler, innerhalb der Waldkraiburger der SPD den linken Flügel. Im Jahr 1978 schloss sich Ernst Tuppen dem Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD an. Allerdings konnte er auch mit dem Stalinismus nicht lange etwas anfangen. Nach einem kurzen Gastspiel bei den Grünen, wurde er Mitglied der damaligen Vereinigten Sozialistischen Partei VSP . Aber auch diese Organisation war unserem Ernst zu brav. Heute ist Ernst Mitglied der Linkspartei und steht wie in seiner Biografie angelegt, wieder auf dem linken Posten. Der Genosse Ernst ist nicht immer einfach, er hält mit seiner Meinung niemals hinter dem Berg. Ernst ist der klassische Typ des Arbeiterkämpfers, wie man ihn einst relativ häufig vorfand. Ernst hat und hatte immer Klassenbewusstsein, dazu jede Menge Energie. Persönliche Vorteile hat er im Rahmen seiner politischen Aktivitäten immer verschmäht. Der Genosse Ernst versteht sich als Marxist. Ernst ist jetzt auch Mitglied im Sozialistischen Forum. Wer ihn kennt oder ihn trifft glaubt nicht, dass dieses Energiebündel bereits 80 Jahre alt geworden ist. Wir sind stolz und froh Ernst Tuppen als Mitglied zu haben. Daneben sind wir sicher dass er uns noch ziemlich lange erhalten bleiben wird. Alles Gute nachträglich lieber Genosse Ernst.
Vorstand des Sozialistischen Forums München
 
Max Bryms Foto.
 
Das Recht auf Gesundheit und medizinische Versorgung ist ein Grundrecht in Deutschland. Es gilt also auch für Menschen in Forensiken - das sind Kliniken für psychisch kranke Straftäter. In der Praxis allerdings scheint das nicht ganz so klar zu sein.
Von: Eva Achinger
Stand: 10.10.2015
 
Erna Heptner blättert in den Tagenbucheinträgen einer Forensik-Patientin und kann es kaum glauben: "Das ist der Wahnsinn. Da ist alles drin gestanden wie es ihr in der letzten Zeit gegangen ist. Ich habe nicht gedacht, dass das vielleicht stimmt!?!" Sie dachte erst, ihre Schwester Irene Bergmeir sei in der forensischen Klinik gut aufgehoben gewesen. Auf hunderten Seiten schreibt eine Mitpatientin über das Leben in der Taufkirchner Frauenforensik - eine Klinik für psychisch kranke Straftäterinnen - wie im Gefängnis leben die Insassen hinter hohen Mauern. In dem Tagebuch geht es auch um den gesundheitlichen Zustand von Irene Bergmeir:
"Ihr Gesundheitszustand hatte sich in den letzten Wochen und Monaten immer mehr verschlechtert. Ihre Verdauungsprobleme begannen vor eineinhalb Jahren. Sie hatte ständig Durchfall und später chronische Verstopfung...."
Auszug aus dem Tagebuch einer Patientin der Forensik in Taufkirchen
Irene Bergmeir starb am 16. Oktober 2011 um 02:40. Sie starb, weil sie Erbrochenes und Blut in die Lunge einatmete und daran erstickte. Die Folgen einer schwere Magenschleimhautentzündung. Die 47-Jährige war damals bereits sechs Jahre in der Forensik untergebracht. Jahre später kamen Erna Heptner Zweifel: Sie erinnert sich, dass ihre Schwester oft über Sodbrennen und Magenprobleme geklagt hatte:
"Es kann doch nicht sein... Wenn ich Schmerzen habe, dann gehe ich doch zur Magenspiegelung oder zur Darmspiegelung. Und wenn das verweigert worden ist, dann sind sie eindeutig Schuld an dem Tod, oder!? Unterlassene Hilfeleistung wie auch immer man das nennt."
Erna Heptner, Schwester einer verstorbenen Forensik-Patientin
Unterlassene Hilfeleistung? Beweise gibt es nicht
Heute | 12:15 Uhr B5 aktuell zum Artikel Patienten in der ForensikEingesperrt und ausgeliefert
Wer in einem Gefängnis oder einer Straftäter-Psychiatrie lebt, hat kein Recht auf freie Arztwahl. Die Haftanstalt entscheidet über medizinische Behandlungen. Nicht immer bekommen Patienten rechtzeitig einen Arzt. [mehr - B5 aktuell | zum Artikel: Patienten in der Forensik - Eingesperrt und ausgeliefert ]
Ein sehr schwerer Vorwurf, der nicht bewiesen ist. Hat die forensische Klinik Irene Bergmeirs Beschwerden vielleicht nicht ernst genug genommen? Die Taufkirchner Forensik schreibt, man habe Irene Bergmeir in den Jahren vor ihrem Tod immer mal wieder ein Medikament gegen Sodbrennen verabreicht. Die Beschwerden seien dann abgemildert gewesen. Auch über eine Gewichtsreduktion sei gesprochen worden. Außerdem habe die Patientin fünf Mal zwischen 2010 und 2011 ein Abführmittel und insgesamt sieben mal in den Jahren 2008 und 2009 Kohlekompretten gegen Durchfall erhalten.
Verdacht auf mangelnde medizinische Versorgung
Erna Heptner vermutet, dass ihre Schwester nicht ausreichend medizinisch versorgt wurde. Und das unter staatlicher Aufsicht. In einem Land, in dem jeder - auch Straftäter - ein Recht auf die Behandlung von Erkrankungen hat. Und der Fall Bergmeir ist nicht der einzige, der dem Funkstreifzug vorliegt. Auch Strafverteidiger und Rechtswissenschaftler Helmut Pollähne sagt, seine Mandanten aus der Forensik berichten ihm regelmäßig genau von diesem Problem:
"Ich werde nicht ernst genommen in meinen körperlichen Beschwerden - weil man glaubt, das seien entweder normale Folgen der psychischen Erkrankung oder ich würde etwas vortäuschen oder übertreiben."
Helmut Pollähne, Strafverteidiger und Rechtswissenschaftler, über Ursachen von mangelnder medizinischer Versorgung
Forensik-Patienten haben keine Krankenversicherung
Ein Systemproblem, sagt der Anwalt. Denn: Mit dem Tag der Einweisung verlieren Forensik-Patienten ihre Krankenversicherung. Und ab diesem Zeitpunkt ist einzig und allein die Klinik für die medizinische Versorgung zuständig. Die Kosten hierfür trägt der Freistaat. Einfach zum Arzt gehen - Fehlanzeige! Die Patienten müssen ihre Beschwerden ihrem betreuenden Arzt oder Psychiater vortragen. Und der entscheidet dann über die Überweisung zu einem Facharzt außerhalb der Forensik. Nach Recherchen des Funkstreifzugs passiert es aber immer wieder, dass Patienten abgewiesen werden und dann versuchen, den Arztbesuch mit einem Anwalt zu erstreiten. Nicht immer mit Erfolg.
 
 
 
21 September 2015
von Max Brym 
 
In den Medien wird von einem hellen und einem dunklen Deutschland angesichts der steigenden Zahlen von Asylbewerbern und Emigranten geschrieben. Diese Teilung bezüglich der Gesinnung vieler Menschen hat eine bestimmte, aber nur eine bestimmte Berechtigung. Natürlich gibt es fanatische Rassisten und Faschisten in der deutschen Gesellschaft, die sich nachts an Flüchtlingsunterkünfte heranschleichen und Brandsätze legen. Auch am helllichten Tag wird in bestimmten Städten und Dörfern mit rassistischen Parolen gegen die Flüchtlinge protestiert. Auf der anderen Seite gibt es eine so genannte Willkommenskultur in welcher sich im wesentlichen das statuierte kleinbürgerliche Milieu der Grünen, über diverse Hilfsaktionen selbst abfeiert. Oftmals handelt es sich nicht um echte Empathie, sondern um die Gewinnung von Selfis auf Facebook zur Hebung des eigenen Ansehens. Was die Debatte oftmals unterschlägt sind die seit langem geschürten Ängste welche bestimmten Menschen Angst vor der zunehmenden Emigration machen. Es geht nicht an die reale Verunsicherung zu leugnen und die verunsicherten Menschen einfach als Rassisten zu brandmarken. Dazu nun kleines Erlebnis aus meiner persönlich unmittelbaren Umgebung. Letzten Freitag traf ich einen mir bekannten Hartz IV Bezieher welcher furchtbar auf die Flüchtlinge schimpfte. Ich stellte ihm natürlich die Frage, warum er denn so wütend sei. Er erzählte mir, das Angebot der Münchner Tafel für sozial ausgegrenzte Hartz IV Bezieher wird immer dürftiger. Bekanntlich ist die Tafel nichts anderes als Armenspeisung, für Menschen, die am unteren Rand der deutschen Gesellschaft leben. Er teilte mir mit, dass sie verringerte Menge der angebotenen Lebensmitteln, durch den Leiter der Institution, mit der großen Flüchtlingsmenge in Deutschland begründet wurde. Der mir bekannte Kollege ist eigentlich kein Rassist, nur durch solche Vorkommnisse wird er gegen Migranten und Migrantinnen aufgebracht. Viele Kommunen in Deutschland sind de facto pleite und haben schon seit längeren faktisch ihre Haushaltshoheit verloren. Der Bund und die Länder wälzen die Kosten für die Unterbringung der Emigranten und Immigrantinnen auf die Kommunen ab. In München müssen immer mehr Menschen vor allen dingen Rentner zwangsweise ihre Wohnung verlassen. Ihre Rente ist sehr niedrig. Bei Quadratmeterpreisen zwischen 10 und 20 € in München zwingen die Sozialämter die Rentner aus ihrer angestammten Wohnung zu ziehen. Es spielen sich in Deutschland immer mehr soziale Dramen ab. Die Altersarmut ist ein gängiges Phänomen. Beobachtet werden kann das mit einem Blick auf die Mülltonnen. Viele Rentner und Rentnerinnen sammeln Flaschen, um ihr bescheidenes Einkommen aufzubessern. Enorm hoch ist auch die Kinderarmut in Deutschland. Knapp 25 % der Erwerbstätigen arbeiten im so genannten Niedriglohnbereich. Der größte Teil der Hartz IV Bezieher arbeitet Vollzeit, aber sie müssen aufstocken- weil die Löhne- die Lebenshaltungskosten nicht decken. Die deutsche Gesellschaft selbst driftet sozial immer mehr auseinander. Genau in dieser Situation setzt die Massenflucht von Menschen aus dem Nahen und mittleren Osten, vom Balkan und dass Afrika ein. Die Festung Europa ist gegenüber dieser neuen „Völkerwanderung“ nur noch bedingt haltbar. Die Bundesregierung hat nur reaktionäre politische Antworten auf die menschlichen Tragödien, die sich am Balkan oder in Syrien abspielen. Sie teilt die Flüchtlinge in gut und böse. Gleichzeitig wird die echte Empathie vieler Menschen in Deutschland dazu benutzt, den anderen Teil der deutschen Gesellschaft einfach zu diffamieren und auszugrenzen. Es ist in in der Tat so, dass viele Menschen in Deutschland sich von den Flüchtlingen bedroht fühlen. Dieses Gefühl wird daraus gespeist, dass es scheinbar keine sozialen Auseinandersetzungen und sozialen Perspektiven gibt. Das untere Drittel in der deutschen Gesellschaft lebt in Angst und ist verunsichert. Ein Hans Ulrich Jörges schreibt im Stern Nummer 38 folgendes:“ Die Syrer aber sind zumeist gut gebildet. Jeweils ein Fünftel von ihnen besuchte eine Hochschule oder ein Gymnasium. Rund die Hälfte absolvierte eine Grund oder Mittelschule. Und die meisten kommen aus guten wirtschaftlichen Verhältnissen, nur deshalb können sie ja auch die Schlepper bezahlen.“ Herr Jörges sieht in diesem Menschenpotenzial etwas durchaus verwertbares. Am Schluss seines Kommentars zitierte er noch den ehemaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm, welcher formulierte:“ Ich freue mich darauf, dass der deutsche Hartz IV Empfänger von einem syrischen Arzt behandelt wird. So soll es sein.“ Diese Art von Willkommenskultur ist nichts anderes als gruppenbezogene Menschenfreundlichkeit, gegenüber dem unteren Drittel in der deutschen Gesellschaft. Es geht diesen Leuten nicht um den syrischen Arzt, sondern um die Diffamierung sozial schwacher Menschen in Deutschland. Es gibt in der Tat bei weiten Teilen der Wählerschichten des politischen Establishments breite Vorteile gegenüber Menschen, die nicht im Stande sind ihre Arbeitskraft verwertbar dem Kapital zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund wird speziell „der Syrer“ in Deutschland begrüßt. Diese Argumentation kann die Menschen in Deutschland nur gegeneinander aufbringen. Der hoch qualifizierte Syrer wird dem minderqualifizierten deutschen Bürger von oben her entgegengestellt. Dagegen müssen sich Reflexe bilden. Die Argumentation nach der der ärmeren Teil der deutschen Gesellschaft an seiner Lage selbst schuld ist, bei gleichzeitiger Willkommenskultur kann nur zu schweren Konflikten innerhalb der binnenmäßig gespaltenen deutschen Arbeiterklasse führen. Ein Teil der Ausgegrenzten und Teile des Kleinbürgertums reagieren mit traditionell geformten rassistischen Abwehrmustern. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Bundesregierung diese Spaltung in hell und dunkel Deutschland bewusst will. Der „Bundesverband der Deutschen Industrie“ fordert qualifizierte Einwanderung, gleichzeitig wird in der „Wirtschaftswoche“ bezüglich der Verwertung weniger qualifizierter Einwanderer, die Liquidierung des gesetzlichen Mindestlohns gefordert. Es ist auch nicht wahr, dass jeder Flüchtling und Einwanderer per se ein guter Mensch ist. Bekanntlich bestimmt das gesellschaftliche Sein nach Marx das Bewusstsein. Wer lange im Elend, in Not oder im Krieg lebte hat bestimmte Bedürfnisse. Eine Anzahl von jungen Männern hat selbstverständlich auch einen sexuellen Notstand. Letzteres wird zur Anmache und zum Teil zu sexuellen Übergriffen führen. Die meisten Münchner Taxifahrer weigern sich gegenwärtig Personen aus Schwarzafrika zu befördern. Dies hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern die Taxifahrer erhalten nach vollzogener Fahrt kein Geld. Der grün angehauchte Proseccohelfer ignoriert diese Problemlage. Der Bundesregierung und der deutschen Industrie um Bankenwelt geht es nur darum, neues verwertbares Menschenmaterial dem Kapital zu überlassen. Nebenbei spart man noch die Ausbildungskosten. Deutschland ist in Europa im Mittelfeld bezüglich der Finanzierung von Bildung und Ausbildung. Da ist es geradezu ideal, ausgebildete Menschen nicht nur aus Spanien und Griechenland zu erhalten sondern jetzt auch bereits ausgebildetes Arbeitskräftepotenzial aus Syrien. Gegenüber nicht verwertbaren Flüchtlingen will der deutsche Innenminister aber nun doch wieder die harte Kante zeigen. Speziell für Menschen aus dem West Balkan, darunter viele Roma wird mittels des Begriffes“ sicheres Herkunftsland“ das Asylrecht faktisch beseitigt. Seit letzter Woche will der Innenminister auch wieder die Dublin 2 Regelung durchsetzen. Nach dieser Regelung werden Menschen in so genannte sichere Drittländer, aus denen sie kamen abgeschoben. Gleichzeitig sollen die Leistungen für Asylbewerber drastisch eingeschränkt werden. Diese Politik kommt scheinbar den Ängsten einer breiten Masse in Deutschland entgegen. Das ist aber absolut nicht der Fall. Kein Hartz IV Bezieher, kein Niedriglöhner wird davon profitieren. In der Realität muss klargemacht werden, dass nur eine Politik welche die drastische Umverteilung des Reichtums in Deutschland von unten nach oben beendet den Menschen unabhängig von ihrer Nationalität helfen kann. Nur ein Bruch mit den Prämissen des Neoliberalismus kann irrationale und teilweise rationale Gefühle, bezüglich der Flüchtlinge beseitigen . Die deutsche Gesellschaft befindet sich in einer absolut vertrackten Lage. Wenn es nicht gelingt allen in Deutschland lebenden Menschen Bildung, Wohnung und Arbeit zu gewähren wird man mit dem Phänomen des Rassismus nicht fertig werden. Alles andere ist Kokolores.
 
 
Ohne Antikapitalismus kein Anti Rassismus
 
We r den Rassismus in der deutschen Gesellschaft bekämpfen will muss wieder zurück zu den Prämissen von Marx. Keine Wohnung darf Spekulations- und Verwertungsobjekt sein. Die Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge müssen von den Reichen getragen werden. Keine Schulturnhalle müsste geschlossen werden, wenn privates leerstehendes Immobilienvermögen durch die Kommunen beschlagnahmt würde. Ein wesentlicher Fluchtgrund für viele Flüchtlinge sind die dort vorhandenen deutschen Waffen. Was hindert uns also daran speziell im Großraum München, die Rüstungsschmieden bezüglich der Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge heranzuziehen. Linke Politik muss es sein sich mit der fortschrittlichen Bewegungen speziell im Nahen Osten zu solidarisieren. Es darf auch nicht hingenommen werden, dass Flüchtlinge dazu benutzt werden Mindestlöhne und soziale Standards anzugreifen. Letztendlich gibt es bezüglich auf das Elend in dieser Welt und die damit verbundenen Flüchtlingsströme nur eine fundamentale Antwort: Wir benötigen überall die soziale Revolution. Alles andere ist nur ein herumdoktern an einem stinkenden Leichnam, der Kapitalismus heißt.
 
Refugees welcome
 
 
 
 
Srebrenica - Die „Linke Zeitung“ paktiert mit Faschisten und Antisemiten
 

Bildmontage: HF
10.08.15
AntifaschismusAntifaschismusInternationalesKultur,Debatte 
 
 
von Max Brym
Immer häufiger kommen in der so genannten „ Linken Zeitung“ nationalistische , antisemitische und geschichtsrevisionistische Querfrontideologen zu Wort. Gegenwärtig wird auf dieser Seite ein so bezeichneter „Sonderbericht“ unter dem Titel:“ „Die Wahrheit über Srebrenica“ publiziert. Die Autoren heißen Stefan Karganovic und Aleksandar Pavic. Die publizierten Artikel erfüllen den Tatbestand der Beleidigung und Diffamierung von ermordeten Menschen, beim Massaker im Jahr 1995 in Srebrenica . Die Morde werden relativiert und die Verantwortlichkeit wird esoterisch einer „internationalen Verschwörung“ zugeschrieben. Freigesprochen werden in dem Artikel die Mörder Radovan Karadzic und Ratko Mladic.

Völlig absurd wird in dem Text sogar Milosevic, zum Bestandteil des „anglo-zionistischen Imperi­ums“ ernannt. Immer wieder ist in dem Text von dem „anglo-zionistischen Imperi­um“ die Rede. Diese Formulierung ist nichts anderes als die Verwendung eines offen antisemitischen Codes. Die „Linke Zeitung“ macht sich zum Sprachrohr von antisemitisch inspirierten Geschichtsrevisionisten, welche das Massaker in Sarajevo leugnen und relativieren und gleichzeitig immer wieder den „bösen Zionismus“ attackierten Die Formulierung „anglo-zionistischen Imperi­um“ ist nichts anderes als die Wiederholung der Theorien von der „jüdischen Weltherrschaft“. Mit Antikapitalismus und Antiimperialismus haben die genannten Schreiberlinge nichts gemein.
Es stellt sich nur die Frage warum die „Linke Zeitung“ solchen Autoren Raum gewährt. Offensichtlich hat die rechte Querfrontstrategie, die Redaktion der „Linken Zeitung“ in BESCHLAG genommen.
Viele andere Artikel in der „ Linken Zeitung“ sprechen sich nur noch gegen den US Imperialismus aus. Die Redaktion glänzt durch eine besondere Obsession gegen den bürgerlich kapitalistischen Staat Israel. Diese Obsession hat zumindest eine latent antisemitische Basis.
Die Verfasser des oben genannten Artikels zu Sarajevo sind Antisemiten. Daneben leugnen sie selbstverständlich die Morde, den Genozid in Sarajevo. Es steht nicht zur Debatte darüber auch nur zu diskutieren. Schließlich diskutiert man auch nicht mit Auschwitzleugnern. Die Autoren nennen in Ihrem Artikel unter anderem einen Kronzeugen, der es in sich hat. Als Quelle wird auf den russischen Professor Alexan­der Dugin verwiesen. Dieser Professor ist der Chefideologe der russischen Nationalisten und Faschisten. Professor Dugin propagiert das geopolitische Konzept eines Neo-Eurasismus“ unter russische Führung, gegen westliche und liberale Kräfte. Professor Dugin bezieht sieht sich positiv auf Friedrich Nietzsche und den nationalistischen deutschen Geopolitiker Karl Haushofer, sowie auf Carl Schmitt. Immer wieder verwaist Dugin auf die „Dekadenz des Westens“. Dabei kritisiert er nicht den Kapitalismus sondern „liberale Werte“. Pro­fes­sor Alexan­der Dugin predigt eine andere Moral, sowie ein rassistisches Herrenmenschengehabe.
Solche Quellenangaben stören die Redaktion der „Linken Zeitung „ offensichtlich nicht. Es ist davon abzuraten diese Zeitung noch als links zu bezeichnen. Die wenigen guten linken Artikeln auf dieser Website haben nur die Funktion, die rechten und antisemitisch Artikel zu decken.

Quelle https://www.linkezeitung.de/index.php/kultur/geschichte/4342-sonderbericht-die-wahrheit-ueber-srebrenica-20-jahre-spaeter-teil-1
 
 
 
 
 
Max Brym- "Zu den Ursachen der Massenflucht aus Kosova"
Interviews
am Freitag, 13. März 2015 11:09
von Redaktion
Gestern Abend fand in München, im „ Eine Welt Haus“ eine Veranstaltung zu den aktuellen Fluchtursachen aus Kosova statt. Bei der Veranstaltung referierte der Herausgeber von Kosova- Aktuell, Max Brym. An der Veranstaltung des „ Sozialistischen Forums München“ nahmen auch einige Albaner und Albanerinnen teil. Der Referent bezog sich auf den unmittelbaren Anlass der Fluchtbewegung
. Dieser Anlass war im Dezember 2014 die Bildung der großen Koalition, aus PDK und LDK. Nach Meinung des Referenten verloren durch diese Regierungsbildung viele Menschen „ ihre letzte Hoffnung“ auf eine Änderung der Zustände. Die Bildung der pro-kapitalistisch neoliberalen Regierung wurde direkt von der US- Botschafterinn,, aber auch von der deutschen Botschafterin und vom französischem Botschafter öffentlich eingefordert. Der Referent Max Brym meinte dazu: „ Gerade die Politik der EU in Kosova ist auf die Zusammenarbeit mit der dortigen politischen Mafia angelegt. Es ist daher absurd, die eigene Verantwortung für das Elend in Kosova zu leugnen und die Geflüchteten rassistisch zu diskriminieren.“ Anbei dokumentieren wir ein Interview welches Max Brym im Jahr 2011 dem Fernsehsender TV Opinion in Prizren gab. Ausführlich wird in dem Interview der Privatisierungsprozess in Kosova kritisiert und eine Änderung der „ sozialen Lage“ gefordert. Das Gespräch fand in Deutsch und Albanisch statt. Als Übersetzer fungierte der leider viel zu früh verstorbene politische Aktivist Arbenor Dehari aus Prishtina.

 
Dokumentation 

 
https://www.youtube.com/watch?v=uURVCvBJw4E 
Max Brym Interview TV Opinion Prizren Teil 1
https://www.youtube.com/watch?v=qqIErp1j4HQ
https://www.youtube.com/watch?v=qqIErp1j4HQ
https://www.youtube.com/watch?v=eIzCiGAFM0A
https://www.youtube.com/watch?v=S8b3GoENHjM

 
 Bild Arbenor Dehari und Max Brym im Studio 
 
Entnommen aus Kosova-Aktuell " Sozialistisches Forum München" 
 
 
 
 
 
 
 
 
Solidarität mit Jutta Ditfurth *Eine kurze Nachbetrachtung

300 Besucher_innen und eine gut aufgefüllte Prozesskasse:

Das Kafe Marat in München platze am vergangenen Freitag aus allen Nähten. Als das Podium begann, mussten viele Besucher_innen stehen, mit einem Platz im Gang vorlieb nehmen oder konnten gar nicht mehr in den Raum.

Zeitweise mussten wir die Türen schließen. Es wurde einfach zu voll. Die vielen Besucher_innen, die deshalb nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, können wir jetzt natürlich nicht entschädigen. Wir haben aber die Veranstaltung in Audio und Video aufgezeichnet und so gibt es bald die Möglichkeit die Podiumsveranstaltung nachzuhören bzw. –sehen (wir informieren Euch u.a. hier).

An dieser Stelle möchten wir uns allen für die Geduld und das Verständnis für diese beengten Verhältnisse danken. Aber natürlich gilt: Lieber total überfüllt als gähnend leer.

Beim anschließenden Konzert und der Party wurden die gequetschten Gliedmaßen dann wieder kräftig ausgeschüttelt. Wunderbare Stimmung auf der Tanzfläche, in der Weinbar und im Innenhof.
Ein toller Abend!

Vielen Dank an Jutta Ditfurth und Thomas Ebermann, das Kafe Marat, autozynik, Kristof Schreuf, DJ El Presidente und die vielen helfenden Leute im Vorfeld und am Abend selbst.
 
Die Veranstaltung fand im Kafe Marat statt. Artikel aus Facebook entnommen. 
 
Jutta Ditfurth. Bild: Philipp von Ditfurth
 

 

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80799 München

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