Nieder mit den heuchlerischen Trump Kritikern

11.06.2017 19:14

Von Max Brym Donald Trump wirkt wie ein Reaktionär, er sieht aus wie ein Reaktionär, er handelt wie ein Reaktionär aber macht euch keine Sorgen er ist ein Reaktionär. Trump hat allerdings einen offensichtlichen Vorteil, er zeigt das offene brutale und obszöne Gesicht des Imperialismus.  Er zeigt sich ohne jegliche Maskerade. Letzteres stört die pseudoliberale Bande in Presse, TV und Politik in der BRD. Es wird gegen Trump gewettert nicht weil er ein reaktionärer Rassist und Arbeiterfeind ist sondern weil er den Kapitalismus und Imperialismus offen zur Schau stellt.  Er verzichtet mit seinem Macho- Gehabe auf jegliche Kosmetik. Dabei wird völlig unterschlagen wie reaktionär, die EU und besonders die deutsche Bourgeoise ist.  Die deutsche Kanzlerin und die Medienmeute des deutschen Kapitals suhlen sich in ihrem angeblichen Humanismus. Spiegel Redakteure, ein Herr Jörges vom Stern, kritisieren  den geplanten Bau der Mauer an der mexikanischen Grenze durch Trump. Diese Heuchler schweigen allerdings zum dreckigen Flüchtlingsdeal mit der Türkei. Der deutsche Innenminister verbringt  seinen Urlaub nicht in Afghanistan. Trotz der zerstörten deutschen Botschaft in Kabul soll weiter nach Afghanistan abgeschoben werden. Das Mittelmeer ist ein Meer des Todes. Die EU- Frontex drängt Schiffe im Mittelmeer ab. In der Tat Europa hat etwas viel wirkungsvolleres als eine Mauer gegen Flüchtlinge, das Mittelmeer als mörderische Grenze.  Die Grenzsicherungsanlagen  des EU Mitglieds Bulgarien sind wesentlich exekutiver als all das was Trump mit seiner Mauer vorhat. Deutschland und Europa rüsten auf. Immer deutlicher wird das Streben der EU nach Hochrüstung und eigenständigem Militär. All dies versuchen die pseudoliberalen Hanswursten  zu verschleiern oder zu rechtfertigen. Sie verstecken sich hinter ihrer verlogenen Trump Kritik. Keinerlei Rolle spielt im öffentlichen Diskurs, dass  die Selbstmordrate in Griechenland wesentlich höher ist als im EU Protektorat Kosova. Die Ursache lässt sich in den neoliberalen Spardiktaten in der deutsch dominierten EU finden. All dies spielt keine Rolle. „Mutti „soll zur Führerin der freien Welt werden. Die Kulturkritik an Trump ist für die herrschende Klasse in Deutschland ein billiger Vorwand, um wieder selbst imperiale Politik zu betreiben. Die Hasskommentare gegen Trump sind nur Ausdruck der zunehmenden ökonomischen Konkurrenz gegenüber den USA. Trump ist Protektionist. Das stört die deutsche Exportdampfwalze. Alles andere ist bürgerlicher Reklamekokolores für das Publikum. Trump will die negative Handelsbilanz der USA gegenüber Deutschland nicht hinnehmen.  Die zwischenimperialen Differenzen nehmen zu. Für Linke darf es nicht darum gehen  das angeblich fortschrittliche EU Projekt zu verteidigen. Trump hat TTIP zu den Akten gelegt. Es gibt aber immer noch verwirrte Linke welche gegen TTIP Projekt demonstrieren. Sie haben nicht erkannt dass der Hauptfeind nach Liebknecht im „ eigenen Land steht“.  Einige sogenannte Linke  sind dabei den Burgfrieden mit der deutschen Bourgeoise zu vollenden. Sie schwätzen immer noch, von der US- Kolonie Deutschland und pfeifen im nationalistischen Choral.  Es geht aber darum die Revolution zu machen. Gegen Merkel,  gegen Trump, gegen den Kapitalismus. 
 
Nachbetrachtungen zum 1. Mai in Waldkraiburg und politische Schlussfolgerungen
 
Von Agron Sadiku Waldkraiburg liegt im Südostoberbayerischen Chemiedreieck und hat etwas über 24.000 Einwohner. Das SFM nahm auch dieses Jahr wieder an dem kleinen Demonstrationszug mit ca.80 Teilnehmern und der anschließenden Kundgebung mit etwas mehr als 100 Menschen im „Haus der Vereine“ teil. Der Hauptredner Wolfgang Veiglhuber vom DGB Bildungswerk Bayern hielt dort eine ausgezeichnete marxistisch geprägte Rede. Er forderte zum Verteidigungskampf, zum Kampf um Fortschritte, aber auch zu einer grundsätzlichen Kritik des Kapitalismus, mit dem Ziel der Überwindung des Kapitalismus auf. Bei den anwesenden Eisenbahnern aus Mühldorf, und den Chemiearbeitern aus Aschau am Inn, kam dies ausgezeichnet an. Nicht jedoch bei den anwesenden „ Würdenträgern“ aus Stadt und Land. Mehrmals wurde von unserer Seite zur Ruhe gemahnt.
Arbeiterkämpfe in der Provinz

Das Milchwerk Weiding im Landkreis Altötting droht nicht nur mit einer Schließung des Werkes sondern es sollen bereits Entlassungen geplant sein. Die Arbeiter bereiten Widerstandsaktionen vor. Besonders wichtig war ein Redebeitrag des Betriebsratsvorsitzenden des Werkes Magna International sowie BDM International und die Temic Bayern Chemie Airbag in Aschau am Inn. Diese wurden zur TRW Airbag Systems und brachten den Einstieg in den Bereich der Insassenschutzsysteme. TRW war 1998 der erste Automobilzulieferer, der ein komplettes Insassenrückhaltesystem für ein Serienfahrzeug, den Mercedes-Benz M-Klasse, entwickelte. TRW lieferte den ersten zweistufigen Generator für Airbags. 1999 übernahm TRW den Automobilzulieferer LucasVarity (aus der Fusion von Lucas Industries und Varity entstanden).In dem Werk in Aschau am Inn wird versucht gegen die Interessen von mehr als 1000 Arbeitern den Lohn zu drücken und mit Werksverlagerung gedroht. Dagegen gab es einen Warnstreik Der gewerkschaftliche Organisationsgrad stieg weil die Gewerkschaft kämpft, von 40% auf knapp 80%. Diese Erfahrung, dass es auch hier Arbeiterwiderstand gibt war für uns sehr wichtig. Unsere Orientierung auf die Arbeiterklasse stellte sich wieder einmal als elementar richtig heraus. Viele Kollegen kauften die „ Rote Arbeiterzeitung“ RAZ und gaben uns Interviews.

 
Wo war die Partei „ Die Linke“ ?
 
Bis auf einen älteren Genossen des SFM aus Waldkraiburg der noch Mitglied der Partei die Linke ist, war nur die Schatzmeisterin der Linken im Landkreis Altötting kurz auf der Kundgebung des DGB zu sehen. Die zugegebenermassen schwache Linke in den Landkreisen Altötting und Mühldorf ignorierte den Kampftag der Arbeiterklasse vollständig. Bezeichnend ist, dass sogar die Bundestagskandidatin der FDP zugegen war, wohingegen der Bundestagsdirektkandidat der Linken Erich Utz aus München fehlte. Das ist kein Zufall. Auf der Facebook Seite der Linken werden Tauschringveranstaltungen mit Rolf Hengel aus Neuötting und Erich Utz in Baldham beworben, aber nicht der 1. Mai. Die Antifa in den beiden Wahlkreisen ignorierte ebenfalls den 1. Mai.
 
Foto Kundgebung in Waldkraiburg 
 
Bildergebnis für 1. Mai DGB Waldkraiburg
 

 

 

 

Zum bevorstehenden Jahrestag der Oktoberrevolution- Revolution ist machbar, Herr Nachbar.

 Von Max Brym -In diesem Jahr feiert der fortschrittliche Teil der Weltbevölkerung den hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland. Zweifellos werden bürgerliche Schreiberlinge an diesen Jahrestag mit hämischen Kommentaren und Geschichtsverzerrungen nicht sparen. Dabei wird der bürgerliche Schreiber wieder unter Beweis stellen wie wenig er mit guten Hollywood Komödien etwas anfangen kann. In einer guten Komödie funktioniert eine Ehe nicht beim erstem mal, sondern die Beziehung klappt erst beim zweiten mal. Aktuell will das heißen wir brauchen eine neue Oktoberrevolution weltweit. Die Menschheit benötigt die historische Erfahrung, um aus ihr zu lernen. Revolution ist machbar Herr Nachbar. Besonders müssen wir von Lenin lernen. Ohne die entscheidende Rolle der Massen zu ignorieren benötigt die Arbeiterklasse eine leninistische Partei. Historisch betrachtet können in zugespitzten Klassenkampfsituationen Einzelpersonen entscheidend sein. Eine solche Person fand die Arbeiterklasse 1917 in der Person von Lenin. Zum Jahrestag der Oktoberrevolution deshalb ein Referat welches ich 2014 in München aus Anlass des hundertsten Todestages von Lenin hielt.

Lenin- Ein Leben für die Revolution Heute stellt sich die Frage: Was hat uns Lenin in unserer heutigen Realität zu sagen ? Wir haben die etwas seltsame Situation, dass Karl Marx, in den letzten Jahren eine gewisse Renaissance erfahren hat. Dies hatte 2008 mit dem tiefen Schock, dem die Weltwirtschaft ausgesetzt war, zu tun. Karl Marx gilt in einigen Kreisen als beachtenswerter Ökonom, dem eine gewisse Aufmerksamkeit zu widmen ist. In dem Buch des katholischen Kardinals Reinhold Marx,“ Marx- Das Kapital“ lässt sich der Herr Kardinal folgendermaßen über seinen Namensvetter aus:“ Mein lieber Namensvetter Marx, egal wo Sie sich befinden mögen, ich muss eingestehen dass ich Ihnen gegenüber schwer gesündigt habe. Ich dachte über einige Jahre, ihre Lehre sei veraltet und nicht beachtenswert. Ich habe mich sehr geirrt.“ Anschließend macht der Kardinal darauf aufmerksam wie sehr sich die Welt in“ arm und reich teilt.“ Selbstverständlich lehnt der Kardinal, die Philosophie und die Politik seines Namensvetter ab. Im Jahr 2008 war der Dietz Verlag in Berlin, ein richtiger Krisengewinner. Speziell Vertreter des Bürgertums, sowie des Managements orderten das Kapital von Marx. Der Verlag konnte über einige Monate kein „Kapital“ mehr ausliefern. Die Bourgeoisie konnte sich die neuerliche eingetretene Krise selbst nicht mehr erklären. Sie suchten Antworten bezüglich ihrer eigenen Wirtschaftsordnung, beim alten Karl Marx. Die andere Seite der Medaille drückte der slowenische Philosoph Slavjo Zizek vor einigen Jahren folgendermaßen aus:“ Seit ich mein Buch,-Die Revolution steht bevor- über Lenin schrieb kamen mir über Nacht sehr viele Freunde abhanden.“ Dies hat sehr einfache Gründe, die bürgerliche Propaganda gesteht Marx eine gewisse ökonomische Kompetenz zu. Mit Lenin aber können diese Herrschaften nicht das Geringste anfangen. Den Lenin steht nicht nur, obwohl er die marxistische Theorie bereicherte, für einige theoretische Texte, sondern Lenin steht für die Revolution, für den Sturz des Kapitalismus. Das geht geht ja wohl überhaupt nicht. Denn das Bürgertum versucht uns Tag und Nacht einzureden, „wir leben trotz einiger Krisen in der Besten aller Welten“ . Das gesamte Panorama der bürgerlichen Philosophie läuft darauf hinaus jeglichen Wahrheitsanspruch zu denunzieren. Diese Propagandisten ala Peter Sloterdijk , ignorieren dabei sogar den großen Vorgänger Lenins, den Apostel Paulus. Der Apostel Paulus hatte drei wesentliche Axiome: 1 Er beanspruchte die Wahrheit zu verkünden. 2. Der Apostel Paulus war kein beschränkter Nationalist, sondern Internationalist.“ 3. Der Apostel Paulus begründete eine straff geführte internationale Organisation. Lenin ist bezüglich des Apostel Paulus- die positive Negation der Negation. Alle drei Grundsätze verfocht Lenin auf einer wesentlich höheren Stufenleiter der Geschichte, mit der Arbeiterklasse als revolutionärem Subjekt.


Jetzt einiges zur Person Lenins

Lenin wurde im Jahr 1870 in Russland geboren. Er stammte aus einer revolutionären Familie, sein älterer Bruder wurde hingerichtet nachdem er an einem Attentat auf den Zaren teilnahm. Relativ früh fand Lenin Anschluss an die im werden begriffene russische Arbeiterbewegung. Lenin beteiligte sich an der Gründung des „Kampfbundes zur Befreiung der Arbeiterklasse“ . Anfangs arbeitete Lenin, eng mit dem Vater der russischen marxistischen Bewegung Plechanow zusammen. Bald begann sich der zaristische Geheimdienst für Lenin zu interessieren. Lenin musste im Jahr 1900 in die Emigration. Er gehörte damals der „Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands“ (SDAPR) an. Erst im Jahr 1903 spaltete sich diese Partei in zwei Flügel der eine Flügel waren die Bolschewiki ( Mehrheit) und die Mensewiki ( Minderheitlich) . 

Der Kampf um die Partei oder wie entsteht Klassenbewusstsein ?

Wir alle wisst hat Lenin in München sein berühmtes Werk“ Was tun“ verfasst. Die Parteitheorie Lenins steht bis heute im Fokus der Kritik. Immer wieder erscheinen diverse Pseudoideologen, Kaffeesatzleser und Scharlatane, die in der Parteitheorie Lenins, nichts anderes sehen als ein diktatorisch angelegtes Parteischema. Nichts ist jedoch weniger war als diese Behauptung. Lenin ging es mit seiner Theorie über die Partei , um nichts anderes als um die Frage:“ Wie entsteht und wie bewahrt man Klassenbewusstsein“. Lenin ging davon aus, dass es im revolutionären Klassenkampf grob gesagt drei Elemente auf Seiten der Unterdrückten gibt. Wie in jeder Auseinandersetzung, die schon in den Klassenzimmern von Schulen zu beobachten sind, gibt es eine Vorhut, einen Mittelbau und eine Nachhut. In der Partei hat sich selbstverständlich, die Vorhut der Klasse zu organisieren. Diese bewahrt die Erfahrung vergangener Kämpfe, und trägt die marxistische Theorie in die breiten Teile der Arbeiterklasse hinein. Lenin ging davon aus, dass in nicht revolutionären Zeiten, das revolutionäre Klassenbewusstsein von der organisierten Vorort der Klasse in die Arbeiterschaft hineingetragen werden muss. In normalen Zeiten kann die Arbeiterklasse aus sich selbst heraus, nur ökonomisches Bewusstsein entwickeln. Jeder der seine drei Sinne beisammen hat, muss dieser Erkenntnis zustimmen. Eine Verflachung des Verständnisses von Lenin besteht darin zu meinem, dass nur von außen in die Arbeiterklasse revolutionäres Bewusstsein hineingetragen werden kann. Nein in Phasen des entwickelten Klassenkampfes kann dieses Bewusstsein auch spontan entstehen. Der revolutionären Partei muss es in solchen Phasen darum gehen, die Funktion des Kolbenzylinders wahrzunehmen. Bekanntlich erzeugter Motor Dampf, der sich dann verflüchtigt wenn kein Kolbenzylinder existiert, um den Dampf auf den entscheidenden Punkt zu konzentrieren. In der Frage der Partei hatte Lenin ziemliche Differenzen, sowohl mit Rosa Luxemburg als auch mit Leo Trotzki. Vor der revolutionären Periode unterschätzten die Beiden letztgenannten, die Rolle des organisierten Bewusstseins in Form der Partei, gegenüber der Spontanität.

Der demokratische Charakter der Partei Lenins !

Immer wieder wird der demokratische Zentralismus in der Parteitheorie Lenins als“ undemokratisch“ attackiert. Das genaue Gegenteil ist jedoch der Fall. Die Kriterien für die Mitgliedschaft in der Partei der Bolschewiki bestanden aus drei wesentlichen Punkten:1 . Jedes Mitglied hat das Programm der Partei zu akzeptieren.2 Jeder und jede ist verpflichtet für die Partei einen finanziellen Beitrag zu leisten. 3 Von jedem Mitglied ist so weit als möglich theoretische und praktische Aktivität einzufordern. Damit sollten Demokratie innerhalb der Partei, sowie die Handlungsfähigkeit der Partei nach außen garantiert werden. Lenin wollte die traditionelle Trennung der Mitgliedschaft in Aktiva und Passiva so weit als möglich beenden. Diese Trennung ist für bürgerliche und sozialdemokratische Parteien bis heute gang und gäbe. Dadurch entstehen immer wieder Möglichkeiten den demokratischen Diskurs zu unterlaufen. Nehmt als Beispiel die Partei „Die Linke in einigen Orten in Deutschland. Relativ klein ist der aktive Kern um die Funktionärsriege herum, häufig ist auch die Opposition in der Partei als aktiver Faktor ebenfalls klein. Ein wirklich inhaltlicher Diskurs speziell bei Kandidatenaufstellungen oder Vorstandswahlen ist mit dieser Trennung in aktive und passive Mitgliedschaft faktisch unmöglich. Wenn die Opposition sich daran macht alternative Plattformen oder gar alternative Kandidaten zu präsentieren wird der Apparat aktiv, um die passive Mitgliedschaft zur bevorstehenden Kreis- Mitgliederversammlung zu mobilisieren. Telefonate werden geführt und im Bedarfsfall sogar Taxifahrer - Dienste in Anspruch genommen. Sodann wird der passiven Teil der Mitgliedschaft, den man vorher mit Horrorgeschichten fütterte zur Abstimmung mobilisiert. Meist wissen die passiven Mitglieder, die zu Abschiebungen angekarrt werden gar nicht worum es geht, in ihre Köpfen wurde die Vorstellung gepflanzt, dass ganz gefährliche Kräfte die altbekannten Genossen und Genossinnen bedrängen. Lenin hingegen wollte demokratische Debatten auf halbwegs gleichen Niveau. Alle Mitglieder und Mitglieder innen sollten über die behandelten Fragen Bescheid wissen. Natürlich ging es dem Genossen Lenin auch darum, dass bei einer breiten demokratischen Debatte Mehrheitsentscheidungen als verbindliche Entscheidungen gelten. Die Minderheit war demzufolge verpflichtet sich den Beschlüssen der Mehrheit zu beugen. Dies bedeutete keinesfalls, dass die Minderheit nicht mehr das Recht hatte, ihre Ansichten innerparteilich zu vertreten. Meist ging es Lenin sogar darum, die Minderheit in die Leitungsgremien der Partei mit einzubeziehen. Schaut euch mal die Verhältnisse speziell in der Linken Bayern an und beurteilt selbst, wie demokratisch das Parteimodell Lenins, im Vergleich zur angestrebten absoluten Herrschaft der Bürokratie innerhalb der Linken war und ist.


Lenin und Rosa Luxemburg 

Lenin bezeichnete einst Rosa Luxemburg als „ Adler der Revolution“. Damit meinte Lenin folgendes: Ein Adler landet gelegentlich auf einem Misthaufen, dennoch ist es bei dem Adler nur ein versehentlicher Ausrutscher. Der Adler der Revolution schwingt sich umgehend nachdem er auf dem Misthaufen gelandet ist wieder in großartige Höhen. Damit lobte und kritisierte Lenin die großartige Revolutionärin Rosa Luxemburg. In der Ablehnung des Revisionismus waren sich Lenin und Rosa Luxemburg zutiefst einig. Beide hatten jedoch Differenzen in der so genannten nationalen Frage und wie Lenin es ausdrückte,“ in der Überschätzung der Spontanität“ durch Rosa Luxemburg. Ich will mich hier nur auf ihre Differenzen in der nationalen Frage konzentrieren. Lenin vertrat elementar das „Recht auf nationale Selbstbestimmung“. Dabei ging es Lenin, um die Unterscheidung zwischen dem Nationalismus einer unterdrückenden Nation und den Nationalismus einer unterdrückten Nation. Dem Nationalismus einer unterdrückten Nation gestand Lenin bestimmte progressive Aspekte zu. Im damaligen zaristischen Russland dominierte der Russische -Chauvinismus. Neben der sozialen Unterdrückung gab es massive nationale Unterdrückung , in dem wie es Lenin nannte“ Völker Gefängnis“ Russland. Deshalb legte Lenin, großen Wert auf dem Punkt vier des Parteiprogramms der Bolschewiki, indem das „Recht auf Selbstbestimmung“ bis hin zur „staatlichen Loslösung“ verankert war. Lenin ging davon aus, dass ohne dieses Recht, es den russischen Arbeitern unmöglich sei, die unterdrückten Nationalitäten für die sozialistische Revolution zu gewinnen. Lenin war nicht für Kleinstaaterei sondern für den Zusammenschluss der Nationen auf demokratischer und sozialistischer Basis. Genau aus diesem Grund war Lenin in der nationalen Frage“ Demokrat“. Aus diesem Grund war Lenin Anhänger des Rechts auf Selbstbestimmung oder um es genauer auszudrücken, bis hin zum Recht, auf staatliche Loslösung. Des öfterenVerglichen Lenin dieses demokratische Recht mit einer Recht auf Ehescheidung. Dem einen oder anderen mag das Recht auf Ehescheidung nicht gefallen, dennoch ist dieses Recht zu respektieren. Um es an einer heutigen aktuellen Frage deutlich zu machen: Die serbischen und die albanischen Arbeiter können nur wieder zueinander finden wenn die serbischen Arbeiter das Recht von Kosova auf Selbstbestimmung akzeptieren. Dies ist vergleichbar mit der Haltung die Karl Marx zur „irischen Frage“ . Marx ging davon aus, dass die englische Arbeiterbewegung nur die Chance hat sich von ihrer Bourgeoisie zu lösen, wenn sie das Recht der Iren auf nationale Selbstbestimmung bis hin zur sofortigen Loslösung akzeptieren. Lenin führte immer wieder gegen Rosa Luxemburg, das norwegische Beispiel ins Feld. Bekanntlich trennte sich im Jahr 1905 Norwegen von Schweden ab. Die schwedische Bourgeoisie appellierte an die schwedische Arbeiterklasse, ihr im Kampf gegen die norwegische Unabhängigkeitsbewegung beizustehen. Die schwedische Arbeiterbewegung verweigerte sich jedoch diesem Ansinnen. Genau aus diesem Grund gibt es bis heute keinen nationalen Konflikt zwischen schwedischen und norwegischen Arbeitern. Der Kampf gegen die nationale Unterdrückung ist daher ein elementarer Faktor des Internationalismus. Natürlich ist es in einem imperialistischen Land wie Deutschland, völlig reaktionär nationale Parolen aufzustellen. Die Menschen mit deutschem Pass werden nur sozial unterdrückt , keinesfalls national. Von daher ist die marxistische Unterscheidung zwischen dem Nationalismus von unterdrückenden Nationen und den Nationalismus unterdrückter Nationen von elementarer Wichtigkeit. In der besprochenen Frage hatte Lenin, gegen Rosa Luxemburg bis heute absolut recht.

Kriegsgegner Lenin

Im ersten imperialistischen Weltkrieg stand Lenin, wie auch Rosa Luxemburg absolut ablehnend gegenüber. Den sozialdemokratischen Vaterlandsverteidigern riefen sie entgegen: Krieg dem imperialistischen Krieg, nieder mit dem Burgfrieden, oder um es mit Liebknecht auszudrücken: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“. Die Ursachen des imperialistischen Krieges analysierte Lenin in seiner Schrift:“ „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“. In diesem Buch konzentrierte sich Lenin auf das neue Stadium des Kapitalismus, sprich des Imperialismus. Ich kann hier nur die wichtigsten Erkenntnisse in aller kürze darstellen. Lenin macht in dem Buch deutlich, dass der Kapitalismus der freien Konkurrenz durch die Herrschaft von kapitalistischen Monopolen ersetzt wird. Zweitens verweist Lenin auf die Verschmelzung von Industrie und Bankkapital. Damit entsteht die Herrschaft des Finanzkapitals, oder die Herrschaft der Finanzoligarchie. Drittens gewinnt der Kapitalexport für die führenden imperialistischen Staaten entscheidende Bedeutung. Viertens es bilden sich internationale Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich aufteilen. Fünftens die Aufteilung der Welt ist beendet und es beginnt der Kampf um ihre Neuaufteilung. Letzteres ist nur möglich durch den imperialistischen Krieg. Der Widerspruch zwischen der Internationalisierung der Produktivkräfte und ihre Bindung an Nationalstaat muss sich gewaltsam entladen. Lenin betrachtete den Imperialismus als die unmittelbare Vorstufe der sozialistischen Revolution.

Drei Konzepte für die russische Revolution


Für die russische Revolution gab es Anfang des letzten Jahrhunderts drei Konzeptionen. 1 Die Konzeption der russischen Menschewiki. Nach den Menschewiki , in der russischen Sozialdemokratie, stand in Russland eine bürgerlich demokratische Revolution an. Es wurde argumentiert, dass der Zarismus und die Herrschaft des Adels gestürzt werden müsse. Sie schlussfolgern daraus, dass die Führung der Revolution in den Händen der Bourgeoisie liegen müsse. Der Arbeiterklasse war nur die Funktion zugedacht, die russische Bourgeoisie zu unterstützen . 2 Die Bolschewiki unter Lenin gingen davon aus, dass das russische Bürgertum nicht im Stande sei eine bürgerlich demokratische Revolution durchzuführen. Letzteres begründete Lenin mit den Erfahrungen aus der bürgerlich demokratischen Revolution im Jahr 1848 in Deutschland. Bekanntlich hatte damals die Bourgeoisie aus lauter Angst vor dem viertem Stand, ein Bündnis mit der feudalen Reaktion geschlossen. Aus diesem Grund sahen die Bolschewiki in den Arbeitern und Arbeiterinnen die wesentliche Kraft im Rahmen der bürgerlich demokratischen Revolution .3 In dieser Zeit entwickelte Trotzki und Parvus die Theorie von der permanenten Revolution. Diese Theorie sagte, dass die Arbeiterklasse im Kampf sozialistische und demokratische Forderungen in einem ununterbrochenen Kampf kombinieren werde. Leo Trotzki ging davon aus, dass die Revolution mit bürgerlich demokratischen Forderungen beginnen würde und gleichzeitig diese bürgerlich demokratischen Forderungen nur durch die Machteroberung des Proletariats und dem beginnenden Aufbau des Sozialismus erfüllt werden könnten. Die erste russische Revolution aus dem Jahr 1905 verbunden mit der Gründung von Sowjets deutete schon ziemlich klar die realistische Perspektive von Trotzki an. Zwischen Februar und Oktober 1917 bewahrheitete sich die Theorie der permanenten Revolution. Lenin der einen Monat früher als Trotzki aus dem Exil zurückkehrte, verkündete in seinen „April Thesen“ unter der Parole „Alle Macht den Sowjets“ faktisch die Theorie der permanenten Revolution. Klar und deutlich distanzierte sich Lenin von den alten Bolschewiki Kamenew, und Stalin, welche als leitende Redakteure der Prawda, die Zusammenarbeit mit der provisorischen bürgerlichen Regierung propagierten. Als Trotzki im Mai 1917 nach Russland zurückkehrte sagte ihm Kamenew beim Empfang: „ In ihrer Straße Genosse Trotzki herrscht Hochkonjunktur“. Es war daher kein Zufall, dass die so genannte Zwischengruppe um Leo Trotzki, sich 1917 der bolschewistischen Partei anschloss. Lenin wusste genau, dass jetzt in der Zeit in der keine Manöver, sondern der offene Krieg anstand, die Gruppe um Trotzki benötigt werde. Stalin spielte im revolutionären Prozess im Jahr 1917 nur eine kleine Nebenrolle. Das beste Beispiel dafür ist das Buch von „John Reed- „ 10 Tage die Welt erschüttern“. In diesem Buch welches Lenin bezüglich der Revolution, jedem als „entscheidende Lektüre zum Verständnis der Oberrevolution“ empfahl kam Josef Stalin nur am Rande vor. Entscheidend für den Sieg der Oktoberrevolution, war die bolschewistische Partei und die Rolle von Persönlichkeiten wie Lenin und Trotzki. Die Bolschewiki arbeiteten unter der Führung Lenins für die Gewinnung der Mehrheit in den Arbeiter, Bauern und Soldatenräten. Die Genialität Lenins bestand unter anderem darin, dass es verstand in einfachen Worten die Massen zu mobilisieren. Entscheidende Parole der Oktoberrevolution waren drei Worte: Frieden, Brot, Land. Damit gab Lenin den Wünschen der Massen den passenden Ausdruck. Das besonders schwer gebeutelte Russland, hatte im ersten Weltkrieg die meisten menschlichen Verluste zu tragen. Die russischen Bauern wollten dass ihre Söhne wieder nachhause kamen. Die Friedenssehnsucht war absolut verbreitet. In der Stadt hungerten die extrem ausgebeuteten Arbeiter. In dem riesigen Russland erstickten auf der anderen Seite, die Masse der Bauern an Landarmut. Lenin verstand es nicht nur diese Wünsche zu artikulieren, sondern auch darauf hinzuweisen wie man diese einfachen Dinge bekommt. Er rief zum Sturz der provisorischen Regierung auf und forderte alle Macht für die Räte. Die Bolschewiki fügen hinzu, dass eine ihrer ersten Maßnahmen, der Aufruf für einen „sofortigen bedingungslosen Frieden ohne Annexionen und Kontributionen“ sei. Mittels der Vergesellschaftung der Banken, der Aneignung des Kapitals der Bourgeoisie in der Stadt, werden den Bauern sämtliche Schulden erlassen. Gleichzeitig sollten mittels einer demokratischen Bodenreform die Bauern dazu animiert werden, die Arbeiterklasse in der Stadt zu ernähren. Die Politik der Bolschewiki war einfach und radikal. An den entscheidenden Punkten und in den wichtigsten Städten hatten die Bolschewiki im Oktober 1917 die Mehrheit in den Räten hinter sich. Noch im Jahr 1923 sah sich Stalin gezwungen folgendes zu schreiben:“ Ohne die entscheidende Rolle des Genossen Trotzki wären die Massen nicht so schnell auf unserer Seite übergegangen, die Erkämpfung der Macht verdanken wir im wesentlichen dem Genossen Trotzki.“ Lenin schrieb unmittelbar vor der Oktoberrevolution das Buch“ Staat und Revolution“. In dem Werk schrieb Lenin, dass es nötig sei den bürgerlichen Staatsapparat völlig zu zerschlagen. An seine Stelle sollte als Übergangsform, der Staat der Diktatur des Proletariats treten. In der Schrift belief sich Lenin immer wieder auf die Erfahrungen der Pariser Kommune von 1871. Bekanntlich waren dort alle Abgeordneten nicht einem anonymen Gewissen sondern ihren Wählern gegenüber verantwortlich. Die Vertreter in den höheren Organen waren jederzeit abwählbar. Kein Volksvertreter sollte mir verdienen als ein durchschnittlicher Facharbeiter. Lenin stellte in dem Büchlein auch klar: „ Das der Fortschritt des Sozialismus am verschwinden und am Abbau des Staates und seiner Unterdrückungsapparate wie Polizei und Gefängnisse zu messen sei .“ Wer diese Textpassagen im Kopf hat, kann unmöglich davon ausgehen, dass es sich bei den Staaten im ehemaligen Ostblock, um sozialistische oder gar kommunistische Gesellschaften gehandelt hätte . Nein die Oktoberrevolution stürzte, die Bourgeoisie und den Adel und errichtete eine nicht kapitalistische Übergangsgesellschaft. Bereits im Jahr 1920 sprach Lenin in Bezug auf die“ Gewerkschaft Debatte“ von einem Arbeiterstaat mit bürokratischen auswüchsen.


 

Lenin und der Kampf gegen die Bürokratie

Unmittelbar nach dem Sturz der bürgerlich feudalen Ordnung und der Errichtung der Diktatur des Proletariats in Russland, verschärfte sich der Klassenkampf enorm. 

Die gestürzten Klassen versuchten ihr geraubtes Paradies mittels der Anwendung von Gewalt wiederzuerlangen. Es kam zum Bürgerkrieg. Die russische Revolution bekämpfte nicht nur die Weißgardisten, sondern auch 14 imperiale Interventionsarmeen. Sowohl Lenin wie auch Trotzki verstanden die Oktoberrevolution in Russland, nur als Auftakt- Veranstaltung für die beginnende Weltrevolution.

Diese Prognose und diese Hoffnung war keinesfalls irreal. In Deutschland setzte im Januar 1918 eine große Streikwelle ein. Der Burgfrieden begannen in der gesamten imperialistischen Welt zu zerbrechen. Die Arbeiterklasse trat wieder selbstständig als Klasse in Erscheinung. Die Hoffnungen von Lenin und Trotzki auf die permanente Fortsetzung der Revolution zerschlug sich allerdings. Wesentlich war dabei die konterrevolutionäre Rolle der Sozialdemokratie vor allem in Deutschland. Das Bündnis zwischen Ebert, der Reichswehr und den Freikorps, verunmöglichte den Erfolg der Revolution in Deutschland. Die Führer der deutschen Revolution Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden ermordet. Die russische Revolution blieb auf sich allein gestellt. 

Dennoch hatte diese Revolution von Anbeginn einen internationalistischen Charakter. So verweigerte beispielsweise die französische Flotte ihren Einsatz gegen die russische Revolution. Waffenlieferungen an die weißgardistischen Konterrevolutionäre wurden oftmals unterbunden. Auf der anderen Seite schuf speziell Leo Trotzki praktisch aus dem Nichts eine schlagkräftige Rote Armee. Lenin sagte zur Rolle Trotzkis: 
„Zeigt uns einen Mann der all dies zu schaffen im Stande sei“. 

Während des unmittelbaren Kampfes gegen die Konterrevolution war, die Freiheit der Agitation und Propaganda anderer Parteien selbstverständlich eingeschränkt. Es konnte auch nicht anders sein, man stelle sich eine belagerte Burg vor in der Leute von innen für die Kapitulation Propaganda machen würden. Kein Kommandant könnte eine solche Propaganda dulden. Die Menschewiki und die Sozialrevolutionäre, wurden erst 1920 bzw. 1921 verboten. Der Grund dafür war nicht ihre Meinung sondern die aktive Teilnahme am Kampf gegen die Oktoberrevolution. Von daher war Lenin kein böser Diktator und schon gar kein Vorläufer Stalins, Lenin verteidigte die errungene Arbeitermacht. 

Selbstverständlich liebe Freunde und Freundinnen kann ich hier viele Themen nur streifen. Wer sich gründlicher mit all den Fragen auseinandersetzen will, den verweise ich auf den Büchertisch in unserer Versammlung. Jetzt einige Bemerkungen zu Kronstadt. Einigen Anarchisten hier im Saal - brennt bezüglich dieser Frage bereits der Arsch - auf ihren Sesseln. Ich will euch nicht länger foltern und hier einige Bemerkungen zu Kronstadt abgeben. Der so genannte Arbeiteraufstand in Kronstadt wurde zurecht von den Bolschewiki niedergeschlagen. 

Die Besatzung von Kronstadt im Jahr 1921 hatte sich gegenüber dem Jahr 1917 entscheidend verändert. Die Masse der alten Besatzung verlor ihr Leben im Kampf gegen die Konterrevolution. Das neue Kronstadt war bäuerlich und 
„sozialrevolutionär“ geprägt. Ihre Forderung, alle Macht den Sowjets, lief auf eine Beseitigung der sozialistischen Macht hinaus. Knapp 50 % der ehemaligen Arbeiterklasse Russlands verlor im Bürgerkriege ihr Leben. Die übrig gebliebenen Arbeiter waren oftmals nicht mehr in den Fabriken tätig, sondern sie fuhren aufs Land um Lebensmittel zu organisieren.

In dieser Situation alle Macht den Sowjets zu rufen hieße konkret betrachtet ,die Arbeitermacht in Russland zu zerschlagen. Die Arbeiterklasse war 1921 in ihrer Masse politisch nicht mehr existent. Existent waren die Sowjets, die bäuerlich dominiert waren. In dieser Lage mussten sich die Bolschewiki von der Kontrolle durch die Gesellschaft abkoppeln. Dies war nach Lenin eine Notlösung, um den Charakter der Revolution zu erhalten. Der Aufstand in Kronstadt richtete sich gegen die Perspektive des sozialistischen Aufbaus und den internationalen Charakter der Oktoberrevolution. Ich verweise auf dem Büchertisch, damit die Damen und Herren Anarchisten sich darüber informieren können, von wem und was, diese angeblichen Revolutionäre unterstützt wurden.

So jetzt bitte kein Geschrei, ihr dürft die Broschüren zu Kronstadt lesen, denn auch ihr habt das Recht gescheitert werden zu dürfen.( Gelächter)


Der Internationalist Lenin

Auf Initiative Lenins wurde im Frühjahr 1919 die Kommunistische Internationale, sprich die Dritte Internationale gegründet. Damit wurde endgültig der Bruch mit der sozialdemokratischen Zweiten Internationale vollzogen. Die Kommunistische Internationale verstand sich als Weltpartei der internationalen proletarischen Revolution. Auf allen 4 Weltkongressen der kommunistischen Internationale zwischen 1919 und 1922 wurden fast sämtliche Fragen der internationalen Arbeiterbewegung behandelt. Ich möchte euch nur an die Schrift Lenins, “Der linke Radikalismus als Kinderkrankheit des Kommunismus“ erinnern. Den Titel der Schrift wählte Lenin nicht zufällig. Der Titel bringt zum Ausdruck, dass Lenin eine linke Kinderkrankheit für weniger gefährlich hielt als opportunistischen Altersstarre. 

Dennoch muss auch eine Kinderkrankheit rechtzeitig behandelt werden denn sonst könnte sie sich als dauerhafte Krankheit in den Körper einbrennen. Im wesentlichen argumentierte Lenin in dieser Schrift gegen die Ablehnung von oppositioneller Gewerkschaftsarbeit in der bestehenden Gewerkschaften. Lenin forderte die Kommunisten und Kommunistinnen auf, oppositionelle Strukturen in der bestehenden Gewerkschaften, der hoch entwickelten kapitalistischen Ländern aufzubauen. Entschieden wandte sich Lenin gegen die Gründung von separaten Gewerkschaften. 

Die besonders bei den deutschen Kommunisten vorhandene Ablehnung, an der der Teilnahme an Parlamentswahlen kritisierte Lenin scharf. Lenin meinte, 
“das Parlament ist erst erledigt in einer revolutionären Situation.“ So lange dies nicht der Fall sei müssen Revolutionäre an den Parlamentswahlen teilnehmen. Im Parlament haben sie die Aufgabe, dieses Parlament, “als „Tribüne des Klassenkampfes zu benutzen“. 

Letzteres sei zum Studium besonders einigen rechtsopportunistischen Kräften in der Linkspartei empfohlen. Lenin trat ihn nicht revolutionären Zeiten für die Politik der Einheitsfront ein. Dies bedeutet der Sozialdemokratie konkrete Aktionsvorschläge zu unterbreiten. Das heißt konkret, völlige Freiheit in der Agitation und Propaganda, Verständigung nur in der Frage wie und wann gemeinsam zugeschlagen wird. Das herangehen Lenins unterscheidet sich deutlich von diversen Aufrufen hier in München für gemeinsame Aktionen gegen Rechts. Meist werden so genannte Bündnistexte verabschiedet in denen keinerlei Inhalt mehr vorkommt, nur damit von DKP über Pax Christi jeder unterschreiben kann. 

Diese Art von Politik hat nichts mit der von Lenin angestrebten Einheitsfront Politik gemein. Stets legte Lenin darauf Wert, dass der Kapitalismus im Fokus der Kritik steht. Die verschiedensten Aufrufe hier in München zeichnen sich hingegen durch inhaltslose Schriftzüge aus. Das ganze hat nichts mit der revolutionären Einheitsfront Politik von Lenin zu tun. Die Hauptkrankheit hier in München, ist nicht das Linkssektierertum sondern der opportunistische Alters- Schwachsinn. Langsam wird es mit der Zeit etwas eng, ich kann jetzt nur noch eine wichtige Frage Streifen. Diese Frage ist die Frage des Kampfes von Lenin gegen die Bürokratie und gegen Stalin.


Lenins Kampf gegen die Bürokratie
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Im Jahr 1921 setzte Lenin die NEP als notwendiges Übel gegenüber Ökonomie des Kriegskommunismus durch . Während des Krieges waren die russischen Bauern bereit die Rote Armee mittels Erhebung von Abgaben zu versorgen. Dies taten sie, weil sie zurecht befürchteten, dass mit dem Weißgardisten der adelige Großgrundbesitzer zurückkehrt. Nach dem Ende des Krieges mussten die Bolschewiki in einem bestimmten Rahmen, die Ware Geld Beziehung rehabilitierten. Unter der Kontrolle des Staates wurden Elemente der Marktwirtschaft wieder zugelassen. Lenin betrachtete diese Maßnahme stets als notwendiges Übel. 

Die Bolschewiki gingen davon aus, dass die Industrie erst wieder aufgebaut werden müssen, um an die Planwirtschaft heranzukommen. Die Gesellschaft in Russland war eine absolute Mangelgesellschaft. Die nur gering vorhandenen Güter waren entweder in der Hand NEP Mannes, oder zwecks Verteilung in der Hand der objektiv notwendigen Bürokratie. Lenin wies frühzeitig auf die große Gefahr der Bürokratie in Russland hin. In einer Mangelgesellschaft bestimmt der Güterverteiler (Bürokrat) wer wann und wie viel bekommt. Die Gefahr besteht darin, dass der Bürokrat selbst bei der Verteilung der Güter nicht zu kurz kommt. Daraus kann sich der Sondereingang zu Waren und Dienstleistungen ergeben. Oder wie Trotzki es nannte: 
“Der Automobil plus Harem Effekt“

Vor diesem Typ des Bürokraten mit Parteibuch warnte Lenin stets. Die Arbeiter und Bauerninspektion unter der Leitung Stalins, wurde von Lenin als 
“das schlechteste Beispiel unserer Organe“ benannt. Als Gegenmittel zur bürokratischen Gefahr empfahl Lenin, die Stärkung der zentralen Kontrollkommission ZKK . Dieses Organ sollte unabhängig, die Arbeit der unteren und der zentralen Institutionen der bolschewistischen Partei kontrollieren. In seinem berühmten Testament forderte Lenin, die Abberufung Stalins. Dieses Testament Lenins wurde Partei gegenüber bis zum Jahr 1927 verschwiegen. 

Ab dem Jahr 1922 führte Lenin einen entschiedenen Kampf gegen den großrussischen Chauvinismus von Stalin und Ordshonikidse, in der georgischen Frage . Nach der Annexion von Georgien im Jahr 1921 führten sich die oben genannten, nach Lenin, in Georgien auf wie russische Nationalisten. Zum zwölften Parteitag im Jahr 1923 bereitete Lenin eine 
„Bombe gegen Stalin vor“. Leider war Lenin ans Bett gefesselt und konnte den Kampf nicht selbst führen. 

Er schlug Leo Trotzki daher vor, Stalin in der georgischen Frage zu attackieren. Leider ließ sich Leo Trotzki, auf einen faulen Kompromiss mit Stalin ein. Stalin leistete im Politbüro weinerliche Selbstkritik und hielt auf dem Parteitag eine nichts sagende Rede zur nationalen Frage. Anfang 1923 wäre es Trotzki möglich gewesen Stalin zu vernichten . Wie des öfteren ließ sich Trotzki auf einen von ihm völlig überschätzten Kompromiss ein. Trotzki fehlte in diesem Moment, die Unerbittlichkeit Lenins. 

Grundsätzlich dominierte Stalin seit seiner Berufung zum Generalsekretär der Partei, die Auswahl der Kader. Stalin wich früh vom Parteimaximum ab. Im Jahr 1922 gab es schon ein Gehaltsgefälle zwischen führenden Funktionären und Arbeitern von sechs zu eins. Die gewählten Kandidaten für Parteikongresse mussten von oben, letztendlich durch Stalin bestätigt werden. In Stalin hatte die Bürokratie und der Opportunist, seinen idealen Vertreter gefunden. Lenin konnte aufgrund seiner Krankheit den Kampf gegen Stalin und die Bürokratie nicht zu Ende führen. Deutlich und klar erkannte Lenin die Gefahr der bürokratischen Degeneration der bolschewistischen Partei. 

Die späteren Kämpfe der linken Opposition gegen Stalin, die Bürokratie, sowie die Entmachtung der Arbeiterklasse erfolgen ganz im Sinne Lenins. Die Tragödie der bürokratischen Entartung der russischen Revolution konnte nicht verhindert werden. Das hatte nationale und internationale Ursachen. Wesentlich zum Sieg der stalinistischen Bürokratie trug die deutsche Sozialdemokratie bei. Durch die konterrevolutionäre Rolle der SPD blieb das rückständige Russland alleine . Die erhoffte permanente Fortsetzung der Revolution fand nicht statt. Die Basis für die Herrschaft der Bürokratie ist in der Rückständigkeit Russlands und in der Erschöpfung der heroischen russischen Arbeiterklasse zu sehen. Nach Lenins Tod stellte Stalin ihn in einem Mausoleum zur Schau. Gleichzeitig wurden hunderttausende neue Mitglieder in die Partei aufgenommen . Durch das so genannte Leninaufgebot wurde die bolschewistische Avantgarden innerhalb der Partei weitgehend marginalisiert. In die Partei strömten Karrieristen und Opportunisten. 

Dieser Typ strebt nach Privilegien, Macht und Einfluss. Jetzt zum Schluss liebe Genossinnen und Genossen noch eine wichtige Anmerkung: Stalinisten und bürgerliche Reaktionäre sehen in Stalin den natürlichen Nachfolger von Lenin. In dieser Frage besteht zwischen diesen beiden Strömungen herzliches Einvernehmen. Nichts ist aber weniger war als diese Propagandafloskel. Nein Lenin war das Gegenteil von Stalin, Stalin steht für den Verrat an den idealen des Bolschewismus, für die Errichtung einer bürokratischen Diktatur. Lenin hatte mit Stalin ungefähr genauso viel zu tun wie bestimmte mittelalterlicher Päpste mit Jesus Christus. 

 

Die Zerstörung von Aleppo und die Barbarei der kapitalistischen Welt von Redaktion 

Aleppo ist ein einziges Grauen. Seit Monaten sind die Menschen in dieser Großstadt eingesperrt, zum Teil ohne Essen. Sie konnten nicht fliehen, während die russische Luftwaffe ununterbrochen Bomben auf ihre Häuser warf, selbst Krankenhäuser gezielt zerstörte und die syrische Armee Straße für Straße eroberte. Unzählige Opfer sind unter den Trümmern begraben, während die Lebenden, gezeichnet von Hunger und Krankheit, auch nach der Eroberung der Stadt nicht wissen, wie es weitergeht.

Die westlichen Großmächte machen vor allem Russland für den Schrecken in Aleppo verantwortlich. Und es stimmt, Russlands Rolle in diesem Drama ist einfach nur empörend. Doch Obama, Merkel oder Hollande sind wohl am wenigsten in der Position, sich darüber zu empören und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verurteilen. Schließlich tragen die westlichen Großmächte eine erdrückende Verantwortung für die Entwicklung, die zu der heutigen Lage in Syrien geführt hat.

Es ist noch gar nicht lange her, da haben die westlichen Machthaber alle selber Assads brutale Diktatur unterstützt. 2011 aber, während des „arabi-schen Frühlings“, haben sie ihn fallenlassen. Sie haben stattdessen seine Gegner unterstützt, darunter islamistische Banden, die genauso barbarisch sind wie das Assad-Regime. Drei Jahre später, nachdem diese Politik den Islamisten ermöglicht hat, in Syrien und dem Irak große Gebiete zu erobern und Chaos und Terror zu säen, haben die Großmächte ihre Politik wieder um 180 Grad gedreht. Jetzt möchten sie diese Banden wieder loswerden.

Sie kritisieren zwar das Vorgehen von Assad und Putin, doch im Grunde lassen sie diese die Drecksarbeit machen – während sie selber in anderen Teilen Syriens und des Iraks denselben grausamen Krieg gegen die Islamisten führen, so wie in Mossul, das heute von schrecklichen Kämpfen verwüstet wird.

Ja, in der irakischen Stadt Mossul findet seit zwei Monaten ein Kampf statt, der dem von Aleppo kaum nachsteht. Die Stadt ist von den irakischen Regierungstruppen eingekreist, die Luftwaffe der USA flog anfangs alle 8 Minuten Luftangriffe, bombardierte Krankenhäuser und Wohnblocks. Die Wasser- und Lebensmittelversorgung ist zusammengebrochen. Die Zivilbevölkerung versucht zu überleben, während die Verbündeten der USA Straße für Straße von den Islamisten zurückerobern. Doch dieser Krieg wird nicht von Russland, sondern von den USA und ihren Verbündeten geführt. Und daher ist von seiner Grausamkeit in den Medien kaum etwas zu hören.
Allein in Syrien hat der Krieg in den letzten fünf Jahren 400.000 Tote gefordert, hat 12 Millionen in die Flucht getrieben, von denen 4 Millionen ins Ausland geflohen sind. 
Die Regierungschefs der Westmächte vergießen heute Krokodilstränen über das Los der syrischen Zivilbevölkerung. Doch wenn es einigen von ihnen gelingt, in den Westen zu fliehen, dann prallen sie auf Stacheldraht, den die Festung Europa oder die Türkei mit europäischem Geld errichtet hat. Wie oft wird für sie dann das Mittelmeer zum Friedhof, wie noch letzte Woche, als 730 Flüchtlinge kenterten, darunter mehrere Flüchtlinge aus Aleppo!

Und wie lange werden die Regierungen der EU wohl warten, bis sie die ersten syrischen Flüchtlinge wieder zurückschicken, weil es in Syrien jetzt „sichere Regionen ohne Krieg“ gäbe – so, wie sie es heute mit den afghanischen Flüchtlingen machen?

Noch nie haben die Interessen der Völker die Politik der westlichen Großmächte bestimmt; ihre Politik bestimmt die Habgier. Der Nahe Osten und sein Erdöl haben schon immer ihre Begierde geweckt. Während des Ersten Weltkrieges haben sich Franzosen und Briten das osmanische Reich aufgeteilt. Syrien wurde von Frankreich besetzt. Seitdem sind die Länder dieser Region zwar offiziell unabhängig geworden, doch die Westmächte plündern sie weiter aus, um den Preis schrecklicher Kriege. Und auch heute machen deutsche Waffenhändler und westliche Baukonzerne ihren Reibach mit der Zerstörung Syriens.

Mit der Eroberung Aleppos ist der Krieg in Syrien nicht beendet. In diesen Krieg sind bereits der Iran verwickelt, die Golfstaaten, die westlichen Staaten, Russland und das türkische Regime, im Krieg mit seiner kurdischen Minderheit. Auch die Terroranschläge in Europa sind eine Auswirkung dieses Krieges auf der anderen Seite des Mittelmeers. Und die Geschichte des 20. Jahrhunderts erinnert uns daran, dass ein scheinbar entfernter und zweitrangiger Konflikt in einen weltweiten Krieg münden kann.

Der Kapitalismus bedeutet zunächst die Ausbeutung der Arbeiter, die niedrigen Löhne und die ständige Gefahr der Arbeitslosigkeit. Allein das rechtfertigt schon, ihm ein Ende zu setzen. Doch obendrein droht dieses verrückte System, das auf der brutalen Konkurrenz der Firmen und Staaten untereinander beruht, immer wieder, die gesamte Menschheit in den Krieg zu führen.

Uns vom Kapitalismus zu befreien, den Konzernen ihre Herrschaft über die ganze Wirtschaft wegzunehmen, ist lebensnotwendig. Lebensnotwendig, um die Ungleichheit und Ausbeutung der Arbeitenden zu beenden. Und lebensnotwendig, um den Kriegen ein Ende zu setzen, die von der Habgier der großen Firmen und Großmächte hervorgerufen werden. Ansonsten werden wir früher oder später das nächste Aleppo und Mossul erleben – auch vor unserer Haustür.

(nach einem Artikel unserer französischen Genossen von Lutte Ouvrière, 12.12.2016)

Entnommen aus https://www.bund-revolutionaerer-arbeiter.org/spip.php?article915 

 

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Politisch Inkorrekt“ ein wichtiges Buch gegen Krise und Verrohung 

Geschrieben von Andreas Lohse Max Brym hat sein neues Buch veröffentlicht: „ Politisch Inkorrekt 2015 die Fakten“. Der Titel des Buches könnte im ersten Moment den geneigten Leser etwas verwirren, denn es drängt sich fast der Gedanke auf, dass es sich um ein rechtes Buch  Bild in Originalgröße anzeigen  handelt, aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Der Verlag, der auf den Titel bestand, verstand unter politischer Inkorrektheit wohl die Gegnerschaft des Autors zum neoliberalen ideologischen Bias. Max Brym analysiert in seinem Werk die AFD

beispielsweise als radikale Konsequenz neoliberaler Politik. Die Lehre vom freien Markt führe auf der ideologischen Ebene zu absolutem Konkurrenzdenken und bringe die Menschen gegeneinander auf. Die verallgemeinerte Konkurrenz als die ökonomische Basis der Gesellschaft bringe im Überbau gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus mit sich. Auf der Website von Jürgen Elsässers Compact Magazin warnte ein Kommentator vor dem Buch: es handele sich um das Werk „eines geschickten linken Demagogen“. Was erwartet uns also? Der Autor zeichnet klar und verständlich die Rechtsentwicklung in der bundesdeutschen Gesellschaft nach. Er erinnert an den Umgang mit Griechenland nach den Wahlen im Januar vergangenen Jahres, an das erpresserische „imperialen Gehabe der deutschen Regierungsmitglieder“ gegenüber der demokratisch gewählten griechischen Regierung. In dem Buch findet sich viel ungehörtes zum NSU Prozess in München. Ganz genau wird nachgezeichnet, was in dem Prozess vor sich ging: Zeugen aus dem nazistischen Milieu können sich nicht erinnern, Beamte des Verfassungsschutzes treten in wilder Kostümierung vor das Gericht und berufen sich immer dann, wenn es aufschlussreich werden könnte, auf zu wahrende Staatsgeheimnisse, andere aussagewillige Zeugen sterben plötzlich unerwartet. Der Autor mahnt zur Skepsis gegenüber den bundesdeutschen Geheimdiensten. Viel findet sich auch zur nationalen und internationalen ökonomischen Lage. Genauestens wird in dem Buch nachgezeichnet, wie Reichtum und Überfluss auf dem einem Pol der Gesellschaft zu Armut, Not und moralischer Degeneration am anderen Pol der Gesellschaft führen. Der Anstieg antisemitischer Auffassungen in Deutschland wird analysiert. Kritisiert werden die Auffassungen bundesdeutscher Gerichte über Antisemitismus und deren Auffassung, dass der Begriff Antisemitismus strafrechtlich nur dann angewendet wird, wenn sich die Beklagten weltanschaulich auf Hitler und die Shoah beziehen. Auch zum Balkan hat Max Brym wieder einiges zu berichten. Als skandalös brandmarkt er die Haltung, Menschen vom „Westbalkan“ (Kosovo-Albanien-Montenegro) grundsätzlich abzuschieben. Entschieden nimmt Brym gegen die damit verbundene Ignoranz gegenüber der rassistischen Unterdrückung der Roma in diesem Gebiet Stellung. Der Autor stellt klar, dass sich die Bundesregierung um ihre historische Verantwortung gegenüber den Roma herumdrückt und nicht „wirtschaftlich verwertbare“ Menschen vom Balkan massiv abschiebt. Stellung genommen wird auch zur allgegenwärtigen Debatte eines „Flüchtlingsproblems“, die in dieser Form nur den radikaleren Vertretern des Rassismus politisch nützt. Dies werde durch die erschreckenden Wahlergebnisse im März dieses Jahres zu Gunsten der AFD bestätigt. Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung im vergangenen Jahr wird von Brym in einem unüblichen Zusammenhang geschildert. Die „Willkommenskultur“ wird auf die Interessen der bundesdeutschen Industrie zurückgeführt, die neue und billige Arbeitskräfte benötigte. Dadurch werde der Konkurrenzdruck bei denjenigen verschärft, die ihre Arbeitskraft „als Ware verkaufen müssen“. Brym fordert als Ausweg eine klare linke Kante gegen die neoliberal kapitalistische Ordnung. In diesem Zusammenhang versteht Brym auch die Angriffe auf den Mindestlohn, die demagogisch von den Rechten instrumentalisiert würden. Mit seinem politischen Tagebuch liefert Max Brym, linker Aktivist und Autor von „Es begann in Altötting“ einen Einstieg in wesentliche politische Ereignisse der jüngsten Vergangenheit - voller Empathie, schnörkellos und klar auf den Punkt gebracht. Menschen die sich engagieren oder wieder engagieren möchten wird es mit diesem Buch leicht fallen, den Faden wieder auf zu nehmen und über die Themen informiert zu sein, die einen fortschrittlichen und linken Menschen hätten beschäftigen sollten. Allen bedeutenden politischen Ereignissen der Gegenwart wird auf 290 Seiten ein kurzer Abschnitt, eine Einführung, ein kritischer Kommentar gewidmet. Eine Zusammenfassung, weitgehend jenseits des medialen Mainstreams, mit nicht zu überschätzendem Wert.
 
 
Andreas Lohse einfaches Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde München
 
Politisch Inkorrekt
Politisch Inkorrekt
Max Brym lässt das Jahr 2015 mit seinen teils dramatischen Geschehnissen Revue passieren. Verarbeitet werden die politischen, ökonomischen und kulturellen Ereignisse aus den vergangenen zwölf Monaten. So entsteht ein alternatives Tagebuch zu den aktuellen politischen und ökonomischen Debatten. Ohne diplomatische Rücksichtnahme und mit harten Fakten unterlegt, werden die Ursachen von „Flüchtlingswellen“ „Euro-Krise“ „Kriegen“ und „Kriegsgefahren“ analysiert.
Im Handel ab 20.03.2016
Autor: Max Brym
ISBN: 9783945769263
Genre: Unterhaltung| Sachbuch
Seitenzahl: 300
 
Buchbestellung unter https://swb-verlag
 
Rezension "Politisch Inkorrekt" mit progressiver Grundhaltung
 
Geschrieben von Oliver Stey Das kürzlich erschienene Buch "Politisch Inkorrekt" von dem
Autor Max Brym ist rundherum empfehlenswert. Kurzweilig lässt der
Schreiber die politischen Geschehnisse des vergangenen Jahres in rund
100 Kapiteln  Revue passieren. Dabei geht er auf die
Geschehnisse in Griechenland mit all ihren skurrilen Verwerfungen
seitens Syriza einerseits und den treibenden Kräften der Europäisch
Union andererseits, genauso ein wie auf  die Folgen, die dieses
Possenspiel auf die griechische Bevölkerung hat.
Auch die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel
wird differenziert beleuchtet und allgemeinverständlich dargelegt.
Selbstverständlich kommt in Anbetracht der deutschen Kanzlerin auch
die NSA Affäre nicht zu kurz und auch die "große Weltpolitik"
rund um das Treffen der herrschenden Weltmächte auf dem
"ergebnisreichen" Gipfel im schönen bayrischen Elmau wird
kritisch beleuchtet. Klar werden auch die Zusammenhänge einer völlig
planlos agierenden Kanzlerin und deren "Gegner" in der
sogenannten Flüchtlingskrise analysiert. In diesem Fahrwasser ist es
selbstredend, dass sowohl angebliche "Bürgerbewegungen" wie
PEGIDA als auch der scheinbar unaufhaltsame Erfolg einer AfD
analytisch bewertet werden. Insgesamt wird deutlich gemacht, dass
derzeit alle Tendenzen betreffs Flüchtlingspolitik als auch der
Weltwirtschaft eng einher gehen mit einem anwachsenden sozialer
Gefälle zwischen immer kleiner werdenden Regionen wirtschaftlicher
Stärke und der immensen Ausdehnung einer völlig verelendeten
Peripherie. Dies sind schließlich auch die Hauptursachen für
stärker werdende Wirtschaftskrisen und Ausweitungen von
kriegerischen Handlungen. In diesem Zusammenhang wird auch die
US-amerikanische Außenpolitik mit ihren militärischen
Interventionen weltweit und m nahen Osten speziell mit beleuchtet.
Auch kommen in diesem Kontext sowohl, die türkische "Kurdenpolitik"
als auch der angebliche Kampf der Erdorgan-Regierung gegen den IS als
auch der weltweite Kampf gegen den Terrorismus zur Sprache, der, als
hausgemachtes Problem, immer mehr den regierenden Kräften zu
entgleiten droht. Bei aller Weltpolitik werden aber auch Themen mit
regionalem Bezug wie beispielsweise das flächendeckende
Bauernsterben am Fallbeispiel der alpenländischen Milchbauern
aufgezeigt und auch die "Automobilkrise" des skandalträchtigen
VW-Konzerns kommt nicht zu kurz. Dass die Welt nicht nur vom
"islamischen Terror" bedroht wird - wobei auch zu klären ist,
wer oder was beinhaltet dieser undifferenzierte und diffuse Begriff -
macht auch die Burleske um den in München (seit Jahren)
stattfindenden NSU-Prozess deutlich der ebenfalls zur Sprache kommt.
Man könnte noch viele weitere Themen aufzählen, die das Jahr 2015
beeinflusst haben, und der Autor macht dies auch. Besonders weißt
Brym auch auf das Problem des seiner Meinung nach stärker werdenden
Antisemitismus in Deutschland hin. Hier jedoch würde schnell der
Rahmen einer Besprechung gesprengt werden und ein eigenes Buch
entstehen. Erwähnenswert sei in jedem Fall noch, dass auch die
Balkanstaaten nicht zu kurz kommen und in den Bereichen soziale
Situation, Politik und Korruption eingehend behandelt werden. Aber
dies war auch nicht anders zu Erwarten, handelt es sich doch hierbei
um eines der Spezialgebiete des Autors. Als Fazit kann gesagt werden,
dass den LeserInnen hier ein kurzweiliges Buch vorgelegt wurde, das
mit seinen allgemeinverständlichen Texten, mit viel politischer
Tiefe und Ironie das vergangene Jahr im politischen Sinn noch einmal
ins Gedächtnis bringt. Sehr erfreulich ist auch, dass dem Schreiber
es gelingt sachlich und argumentativ Zusammenhänge aufzuzeigen ohne
in die sonst bei diesen Themen gern zutage tretenden hochtrabenden
Kathederformulierungen so mancher selbsternannter SoziologInnen und
WeltverbesserInnen abzugleiten.
 Bestellungen u.a unter
https://www.swb-verlag.de/verlag/buecher/politisch-inkorrekt
 
 
 
 
 
 

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